Run auf Bush-Schuhe

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Kaum war der Schuh geworfen, schon begann die Marketing-Maschine zu laufen. Nachdem in der vorvergangenen Woche der irakische Journalist Al-Zaidi bei einer Pressekonferenz in Bagdad nach US-Präsident Bush mit seinen Schuhen geworfen hat, kann sich der türkische Hersteller der Geschichte machenden Treter über einen Auftragsboom freuen. In wenigen Tagen kamen rund 300.000 Bestellungen für die Schuhe rein – im gesamten Jahr hatte die Firma bisher nur 30.000 Paar davon hergestellt. Das macht eine Umsatzsteigerung von 1.000 Prozent aus. Ramazan Baydan, der Besitzer der gleichnamigen Schuhfabrik möchte aus Dankbarkeit das Modell 271 aus braunem Rindsleder um das es sich hier handelt in Bush-Schuh umbenennen. Die Schuhe sollen über eine relativ dicke Sohle verfügen, was das Werfen damit sehr effektiv macht.

Wer auf seine bestellten Bush-Schuhe länger warten muss, kann seine Zielgenauigkeit vorab im Internet mit einem passenden Spiel üben. Bei Sock and Awe untermalen laute Rufe die Szenerie, wenn man seine Schuhe hierbei in Richtung Bush schmettern.

Al-Zaidis Ruhm begründet sich auf einer Aktion, die nur wenige Augenblicke dauerte, aber vor Pressevertretern aus aller Welt stattfand und damit sehr öffentlichkeitswirksam war. Es scheint nicht so, dass sein Schuhwurf geplant war, denn seine Berühmtheit wird er unter Umständen nicht in Freiheit genießen können. Ihm droht eine mehrjährige Gefängisstrafe. Und da sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass schneller Ruhm meist so rasch vergeht wie er kommt, dürfte seine Aktion für ihn eher von Nachteil sein. Wer übrigens die Original-Schuhe kaufen möchte, wird enttäuscht sein. Der irakische Sicherheitsdienst soll diese auf der Suche nach eventuell darin verstecktem Sprengstoff zerstört haben. Schade.

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Eartha Kitt ist gestorben

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Eartha Kitt, die ich beonders als Sängerin schätze, ist am ersten Weihnachtstag im Alter von 81 Jahren in New York gestorben. Ihre Interpretation des Weihnachts-Klassikers Santa Baby habe ich immer schon geliebt. So harmlos wie sie ihr Ill wait up for you dear, Santa Baby so hurry down the chimney tonight blubberte, ahnen wir als Zuhörer, diese Frau singt von allem, nur nicht von einem Kaminschacht.

Shopping-Tipp: Träume in Pink

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Hier ein paar Tipps für Leute, deren Lieblingsfarbe auch in der Post-Barbiephase immer noch Pink ist – In diesem Wohnzimmer würden sich Barbie und Ken zu einem antialkoholischen Fit-Drink mit Skipper treffen. Die Lampen von Puff Buff sind aus pinkfarbigem transparenten PVC. Bei Puff Buff Design handelt es sich um ein Label von Anna Siedlecka und Radek Achramowicz. Die Einrichtungskreationen der beiden Polen gibt es selbstverständlich auch in gedeckteren Farben. Seit 2004 entwerf sie in ihrem Studio in Warschau Lampen zum Aufpusten.

Der Online-Shop DaWanda hat alles, was ein Herz in Pink begehrt: Taschen, Accesssoires und Drum Herum wie Schmuck und Kirmskram. Pink-Expertin und Verkäuferin Maja LaMariquita hat Frieda, so heißt dieses Kleid, aus zwei verschiedenen Oberteilen und einem Schal aus Mexiko zusammengenäht. Herausgekommen ist ein Unikat: fröhlich und individuell.

Was verbinden wir mit Basketball? Richtig, das typische Quietschen des Converse. Der Segeltuchschuh eroberte ab 1917 die Sporthallen rund um den Globus und verhalf so manchem Star zu gewaltigen Sprüngen. Bis heute baumelt der Converse All Star auch sehr gerne an Füßen, die nicht zu Sportlerbeinen gehören. So gibt es ihn auch in zartem Rosa, passend zum Beispiel zum Minikleid.

Die Tasche mit Törtchenmuster rundet das Outfit in Pink ab. Es handelt sich um eine gefütterte Büchertasche, die allen Schmökern ein würdiges Zuhause gibt und sie vor Eselsohren bewahrt. Laut Angaben der Verkäuferin Fliegenpilzle bei DaWanda gibt es das Literatur-Transportmittel mit einem Klettverschluss “damit das Buch nicht abhauen kann.” Wer seine Lieblingsbücher nach der Farbe des Buchcovers auswählt, kann ja Charlotte Roches “Feuchtgebiete” darin verstauen.

Für mich sind sie die schönsten unter den Edelsteinen: rosa Diamanten. Wobei man als Normalsterbliche wohl kaum in den Besitz dieser Steinchen kommt, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Farbige Diamanten sind weitaus wertvoller als ihre weißen Pendants – die rosafarbigen sind besonders selten. Eine Unregelmäßigkeit in den Kohlenstoff-Molekühlen sorgt für den farbigen Schimmer. Ein Einkaräter ist für 315.000 Euro zu haben. Da bleibt Pinkfans ohne Millionen-Sparschwein nur übrig, zu klauen. Denn ein Ring mit rosafarbigem Diamanten ist ein “Must Have” zu Minikleid, Törtchentasche und Converse in Pink. Rio Tinto Diamonds betreibt eine der wenigen Minen, wo rosa Diamanten gefördert werden. Es handelt sich um die Argyle-Mine in Australiens Westen. Etwa 60 der kostbaren Steinchen aus der Mine werden nur jährlich versteigert.

Wie passend: es gibt jetzt für das Outfit in Pink auch die darauf farblich abgestimmte Waschmaschine. Electrolux hat sich mit der Serie Colour Passion für Farben stark gemacht. Selbstverständlich sind die Haushaltsgeräte umweltfreundlich und leicht zu bedienen. Darauf freut sich das rosa Minikleid.

Prinzessin Pink

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SuperstarBarbie_1977

Ich entstamme der Generation kleiner Mädchen, aus denen später einmal emanzipierte Frauen werden sollten. Das hatten unsere Mütter so beschlossen und schenkten uns deshalb Spielzeug, das späteren Teilchen-Physikerinnen oder zukünftigen Bundeskanzlerinnen gerecht werden sollte. Doch anstelle des mit Naturstoffen gefärbten Holzspielzeugs (die Farbe ließ sich tatsächlich ablutschen) schielte ich heimlich auf die bonbonfarbige Welt meiner eigentlichen Heldin: Superstar-Barbie.

Sie besaß alle Attribute, die für die spätere Karriere einer Forscherin angeblich völlig uninteressant waren. Ihr Walle-Haar war platinblond, alle Rundungen und die langen Beine irreal. Superstar-Barbie kam damals als Traum in Pink mit Pelzstola und mehreren miteinander kombinierbaren Röcken und Leggins in die Kinderzimmer. Ich war hin und weg. Ich kann mich an ein Preisausschreiben des Herstellers Mattel erinnern, bei dem man sich als Gewinn ein Outfit von Barbie aussuchen durfte, dass dann in Groß geschneidert wurde. Ich und Barbie im Zwillingslook … zum Glück ersparte mir Mattel dieses Erlebnis. Ich habe nicht gewonnen.

Aber ich ließ meine Kinder-Macht spielen und terrorisierte meine Mutter so lange, bis Superstar-Barbie auch in mein Kinderzimmer einziehen durfte. Ich und Barbie gingen oft meine beste Freundin besuchen. Sie besaß einen Barbie-Friseursalon – sehr zum Bedauern meiner Mutter, die Barbie lieber in einem Genlabor hätte werkeln sehen. Stattdessen ging es um die passende Frisur zu verschiedenen Gelegenheiten.

Die Wege von mir und Barbie haben sich vor vielen Jahren getrennt. Ich habe etwas gelernt: Es schadet nichts, sich die Haare dem Anlass entsprechend zu frisieren und kleine Barbiefans werden erwachsen und können sich trotz ihrer Vergangenheit für Forschung und Literatur interessieren. Okay, vielleicht findet sich bei ihnen der ein oder andere Rock oder die Leggins in Pink im Schrank, aber das lässt sich verschmerzen.

Foto: Mattel

Die Rolle des Schuhs in der intenationalen Politik

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Es gibt kaum ein Kleidungsstück, dem eine so zentralle Rolle zukommt, wenn es darum geht, Meinung zum Ausruck zu bringen. Wieder einmal hat es ein Schuh in die Schlagzeilen der weltweiten Presse gebracht. Schließlich können unsere Treter noch viel mehr, als unsere Fußsohlen vor alltäglichen Unebenheiten zu schützen. Laut Spiegel-Online hatte am gestrigen Sonntag ein TV-Journalist in Bagdad mit einem Schuh nach US-Präsident Bush geworfen. Dabei soll er “Das ist mein Abschiedskuss, du Hund,” gerufen haben. Der Schuhwerfer hatte seine Meinung zu Bushs Irak-Politik auf einer Pressekonferenz zum Ausdruck gebracht und fand damit viel Unterstützung, aber auch einige Gegenstimmen. Als Vertreter der neutralen Presse ist sein Verhalten sicherlich unprofessionell. Doch sein Arbeitgeber, der irakische TV-Sender al-Bagdadija steht hinter dem Journalisten.

Wie im Post von Rober Basic auf basicthinking bereits richtig erkannt: in der Weltpolitik wurde das Augenmerk schon desöfteren auf Schuhe gelenkt. Schließlich schwang Nikita Chrustschow eindrucksvoll 1960 vor der UNO-Vollversammlung seinen Schuh und knallte damit im Takt seiner Rede aufs Pult.

Bush soll sich in Bagdad gekonnt unter dem fliegenden Treter hinweg geduckt haben. Der US-Präsident später dazu: er könne nur sagen, dass es sich um einen Schuh der Größe 10 (deutsche Größe 44) handelt. Bush soll froh sein, solange ihm keine Journalistin ihre Stilettos an den Kopf wirft. Frau hat auf diesem Gebiet sicherlich die besseren Waffen. Womöglich lässt sich mit Pumps auch besser zielen, da diese über ausgezeichnete Flugeigenschaften verfügen.

Foto: Pixelio/Rainer Sturm

Shopping-Tipp Mode: 30paarhaende

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Die 30 Paar Hände, die für dieses Label die Nadel und noch viel mehr schwingen, gehören Studierenden der FHTW-Berlin. Bei 30paarhaende handelt es sich um ein interdisziplinäres Studienprojekt bei dem Studenten und Studentinnen der Fachbereiche Gestaltung, Technik und Wirtschaft zusammenkommen, um gemeinsam für ihre eigene Übungsfirma zu arbeiten. Vom Entwerfen der Modekollektion bis zu deren Vermarktung gehört die gesamte Palette der späteren Berufspraxis in der Modewelt damit zum Studienalltag. Das erspart sicherlich so manchem den späteren Sprung ins kalte Wasser und beschert allen Modefans eine Kollektion, die bis ins kleinste Detail recht edel und elegant ist. Das Team von 30paarhaende hat sich vor allem den gut tragbaren Klassikern gewidmet und versieht Kostüm, Bluse oder Hosenanzug mit kleinen Rafinessen. So ist der Look auf den ersten Blick zeitlos schick und auf den zweiten ungewöhnlich und innovativ. Jahr für Jahr setzt sich die Belegschaft des Studentenlabels neu zusammen und bringt immer wieder kleine Überraschungen hervor.

Label der Berliner Modestudenten 30paarhaende

Fotos: 30paarhaende/David Ulrich

Shopping-Tipp Moooi: Setzen!

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Es gibt sehr unterschiedliche Arten, sich hinzusetzen. Die vielen verschiedenen Sitzgelegenheiten aus der Designschmiede Moooi führen das sehr anschaulich vor Augen. Das Wort “mooi” ist Niederländisch und heißt ins Deutsche übersetzt “schön”. Soweit ich gelesen habe, soll das dritte o im Namen des Herstellers für eine Steigerung stehen – also sehr schön. Ein wichtiger Besucher kommt? Da bietet sich vielleicht der V.I.P. Chair an? Es war ursprünglich das Büro des niederländischen Designers Marcel Wanders aus dem das Label Moooi entstand. Er selbst entwarf im Jahr 2000 diesen Stuhl. Der ideale Sitzplatz für alle Promis, die sich zum Weihnachtskaffee ankündigen.

Vielleicht möchte der Weihnachtsbesuch nach fünf Stück Sahnetorte etwas gemütlicher sitzen und einen kleinen Kirschlikör genießen? Entspannen und gleichzeitige Haltung bewahren – das verspricht Mellow. Polster auf Eiche sorgen für den Mittelweg zwischen Sessel und Stuhl. Mellow von Moooi ist ebenfalls ein Entwurf von Marcel Wanders. Das Modell ist ein Jahr jünger als sein Kollege der V.I.P. Chair.

Solange der Besuch nicht zu tief ins Kirschlikör-Glas schaut, wird er oder sie gerne noch eine Zigarre schmauchen und sich dabei genüsslich auf dem Smoke Chair von Moooi zurücklehen. Der Name des Sessels erklärt sich durch die ungewöhnliche Verarbeitung der Holzoberfläche – ist also auch für Nichtraucher geeignet. Die Behandlung mit Feuer verleiht ihm eine charaktervolle Textur. Entworfen hat dieses barocke Prachtstück Maarten Baas im Jahr 2001.

Möbel und Wohnaccessoires von Moooi

Fotos: Moooi

Wohlige Weihnachtswampe

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Niemand kann behaupten, die Adventszeit glücklich verlebt zu haben und dabei gertenschlank geblieben zu sein. Die Zeit, in der man sich eine kugeligen Weihnachtswampe anfuttert, ist die glücklichste im Jahr. Schließlich habe ich im vorvergangenen Sommer eine Diät gemacht, die bis jetzt vorgehalten hat. Ich habe immerhin sieben Kilo abgespeckt. Das meiste davon verschwand von meinem Bauch – vom Bereich rund um den Nabel genauer gesagt. Woran ich zu Beginn meiner Diät nicht gedacht hatte, war die Tatsache, dass ich Volumen für ganze zwei Kleidergrößen verloren habe. Abnehmen hat also nicht nur Vorteile. Jetzt bin ich gerade dabei, wieder dafür zu sorgen, dass mir meine frühere Kleidung wieder passt. So lange ich beim Fernsehen, wenn ich gemütlich auf dem Sofa liege nicht unter Einschränkungen des Sichtfelds leide, bin ich glücklich. Wenn sich der Berg zu sehr in meinen Blick schiebt, werde ich die nächste Diät machen. Aber ist das nicht auch eines der Dinge, die Weihnachten einen tieferen Sinn verleihen? Sich glücklich futtern und dafür einen Grund haben.

Foto: Pixelio/Michael Franke

Weihnachtsgeschenk MiG: Manche mögen ’s wild

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Mein Herzallerliebster hat seinen geheimen Weihnachtswunsch in einem sehr schönen Text verarbeitet. Leider fehlt mir das nötige Geld und ihm der robuste Magen dafür.

Was tun, wenn der Ferrari ausgereizt, jeder Achterbahn-Looping befahren, und auch die letzte Schlucht von bestgelaunten Bungeejumpern aus Oer-Erkenschwick in Beschlag genommen wurde und noch reichlich Geld von der letzten Shopping-Tour übrig ist? Ein exklusives Weihnachtsgeschenk findet sich im Osten. Die Luftwaffe der Russischen Föderation hat Möglichkeiten für einen zusätzlichen Nebenverdienst entdeckt. Sie bietet Rundflüge der besonderen Art an. Für etwa 12.000 bis 14.500 Euro kann Frau ihrem Liebling einen Flug schenken, der in den Achtzigern jedem NATO-Geheimdienstler das kalte Kriegerherz gewärmt hätte: Einen Flug mit der Mikoyan-Gurevich 29, kurz MiG 29.

Der Flug des Lebens

Willkommen auf der Luftwaffenbasis SOKOL in Nizhni Novgorod. Ein gut gelaunter Offizier – nennen wir ihn Juri – reicht einen knapp geschnittenen Anti-G-Anzug, klopft aufmunternd auf die Schulter seines westeuropäischen Passagiers und sagt: „ВИДАТЬ СОКОЛА ПО ПОЛЁТУ“. Das heißt soviel wie „Einen Falken erkennt man am Flug“ – es handelt sich um eine alte slawische Weisheit. Aufs Wissen und Können unserer östlichen Nachbarn sollte man sich verlassen wenn Minuten später der Nachbrenner faucht und der frühere Albtraum der NATO-Länder mit Passagier an Bord dem russischen Himmel entgegenschießt. Für „Take my breath away“- Gesumme bleibt kaum Zeit. Bevor die Aussicht genossen werden kann, drückt Juri den Schubregler nach vorn und legt die MiG in eine enge Kurve – erst sechs, dann sieben und schließlich acht G pressen den Abenteuerlustigen in den Sitz. Danach kommen die Rollen. Wieder und wieder dreht sich der rote Falke um seine Achse und die Eingeweide drehen sich munter mit. Kommt zu diesem Zeitpunkt ein wenig Übelkeit auf und man hat das Gefühl, das russische Frühstück drängt es in die Spucktüte, sollten man sich an die Vorabeinweisung auf dem Rollfeld erinnern. Da keine gut gefüllte Spucktüte flugsicher im engen Cockpit deponieren werden kann, muss der eigene Overall als Behältnis dienen. „Bisher hat jeder gekotzt“, lacht Juri in seine Sauerstoffmaske.

Helden

Die Mikoyan-Gurevich hebt ihre Nase und beginnt einen 45-Grad Steilflug. Am Scheitelpunkt der Parabel klackt die G-Anzeige auf Null – Schwerelosigkeit. Mit mittlerweile lockerem Handgriff vergewissert sich der Passagier, dass der Overall mit seiner Füllung wieder ordnungsgemäß verschlossen ist und genießt ein Gefühl der Leichtigkeit. Der Magen gibt mangels Inhalt Ruhe und jedem dürfte  es mittlerweile egal sein, wo oben und unten ist. Nach 45 Minuten Heldenflug berühren die Räder der MiG wieder sicheren Boden. Ein relaxt lachender Juri überreicht einen frischen Overall, einen Wodka und eine Rohschnitt-DVD mit den besten 8G-Grimassen in 16:9. Zuhause genießen wir dann das Helden-Gekotze in Zeitlupe.

P.S. Mein Freund hat mir folgendes erklärt: Das russische Wort Sokol bedeutet auf Deutsch Falke. Und nach dem Sprichwort ist ein Falke erst als solcher erkennbar, wenn er fliegt, also in Aktion ist. Auf den Menschen übertragen bedeutet dies, man erkennt ihn an seinen Taten.

Fotos: Wikipedia

Shopping-Tipp: Luftschloss für unterwegs

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Zum davon schweben: Der Chef nervt, die Kollegen reden zu viel und vor der Tür warten jede Menge Kunden mit unbequemen Fragen? Wenn es nach der Designerin Monica Förster aus Schweden ginge, würden wir in solchen Situationen gelassen vom Schreibtisch aufstehen, zu einer schmalen Tasche greifen, weiße Stoffbahnen hervorholen und unser Luftschloss aufpusten. Wer in dem weißen Zelt – genannt Cloud – mit einer Grundfläche von fünf mal 4,30 Metern liegt, fühlt sich, als würde er auf seiner großen Wolke dem Büroalltag davon schweben und alles hinter sich lassen. In solch einer Umgebung macht das Managerschläfchen gleich viel mehr Spaß. Die Zeltwände lassen genügend Licht hindurch, um darin in Ruhe sein kleines Büro aufbauen zu können. Und damit müde Managerlungen sich nicht überanstrengen, ist Cloud mit Hilfe des elektrischen Gebläses innerhalb kürzester Zeit aufgepustet. Weil kein Gestänge das Zelt stützt, bleibt das Gebläse die ganze Zeit über in Betrieb. Mag der Anblick des Nylontraums in Konferenzzimmern und Bürofluren etwas surrealistisch anmuten, zumindest die neidischen Blicke der Kollegen muss man nicht ertragen, wenn man sich in Cloud verkriecht. Der Traum in Weiß kann preislich fast schon mit richtigen Häusern mithalten: Etwa 4.500 Euro kostet Cloud.

Möbel und Wohnaccessoires von Monica Förster

Fotos: Monica Förster