Inspiration für Repetto

Seinen Ursprung fand die Marke Repetto im Tanz, genauer gesagt entwarf und schneiderte man beim französischen Traditionsunternehmen Tanzgarderobe vom Tutu bis zum Spitzenschuh. Da lag es nahe, sich auf seine Ursprünge zu besinnen und über 60 bekannte Künstler um Inspirierendes zu bitten. Die Ergebnisse gibt es immer noch auf der Homepage zu bewundern. Ursprünglich kamen die Entwürfe für eine Sonderausstellung zum 60. Jubiläum heraus. Das ist bereits etwas länger her, aber es macht immer noch Spaß, sich die Stücke anzusehen und es passt gut zum Thema Ballerinas, mit dem ich mich zurzeit befasse. Eine Berühmtheit wie Brigitte Bardot entwarf Ballerinas wie sie sie zu ihren besten Schmollmundzeiten getragen hat. Chloë Sévigny hebt die flachen Schuhe aufs Plateau und Helmut Lang präsentiert etwas, von dem ich gar nicht weiß, was es sein soll. Aber seht selbst. Hier entlang geht es zur Kollektion aus Ballerinas, Spitzenschuhen und Tutus.

Foto: Screenshot Repetto

Noch nicht ganz da …

… oder schon wieder weg?

Ich war einige Tage verreist und finde mich ganz langsam in den Alltag wieder ein.  Die passende Musik für den zarteren Start ins wirkliche Leben liefert die Band Fenster. Der Clip folgt unten nach dem Klick …

(mehr …)

Yvan Rodic im Interview mit Zeit-Online

Wunsch nach Individualität

„Mehr Möglichkeiten“ sieht Facehunter Yvan Rodic durchs Internet wie er im Zeit-Online-Video-Interview erzählt. Früher hätten wenige Moderedakteure der großen Hochglanzmagazine Trends gesetzt, heute darf der Leser sich seine individuelle Inspiration sowohl aus der klassischen Presse wie auch aus dem Web via Modeblog holen und sogar selbst beitragen. Yvan Rodic hat es vorgemacht. Die ersten Jahre war sein Streetstyleblog ein virtueller Geheimtipp und hat sich dann zu einem viel genutzten Medium entwickelt. Mode bekommt durchs Internet einen weltumfassenden Charakter. Stylingtipps holen wir uns nicht mehr nur aus Paris oder London, sondern auch aus Cochabamba oder Duisburg.

Vorsicht vor der Blogger-Uniform

Aber wie mit jedem Medium ist es eine Frage der Art und Weise, wie es genutzt wird. Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt: „Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer“. Übertragen auf Modeblogs bedeutet es, dass Mädchen unter Umständen in ein und demselben Look in Cochabamba und in Duisburg vor der Kamera posieren. Mit ihren selbstverliebten Posen kopieren sie nur langweiligen Modeblogger-Einheitsbrei, der leider tatsächlich weltumfassend ist. Damit reproduziert sich Mode nur selbst. Einen Ausweg aus dem Kreislauf suchen nur wenige. Doch für kreative Köpfe ist das Internet eine unerschöpfliche Inspiration und Spielwiese. Mir persönlich sind viele Modeblogger zu wenig auf der Jagd nach dem Neuen und Unentdeckten. Es wird mir zu viel abgeguckt. Wer nur nach rechts und links schaut, anstatt nach vorn, wird sich nicht so schnell weiterentwickeln.

Hier findet Ihr das Zeit-Interview mit Yvan Rodic.

Foto: Screenshot Zeit Online

Kunstwerk für den Fuß

Nicholas Kirkwood for Erdem

Ich finde diese Schuhe von Nicholas Kirkwood großartig, auch wenn sie nicht meiner Lebenswirklichkeit entsprechen. Denn ich habe keine Ahnung, wie es sich auf einem Quaderabsatz so läuft. Ganz sicher gibt es bequemeres für die Füße. Aber bei ihrem Anblick schwelge ich gedanklich zu Manets Seerosenbildern. Bevor ich sprachlich ins Opulente abrutsche, hier der Preis: Für 995 Euro halten diese Kunstwerke auch in Eurem Kleiderschrank Einzug. Wer jetzt unsanft auf dem Boden der Wirklichkeit angekommen ist, kann mit mir gemeinsam den impressionistisch angehauchten Anblick genießen und weiterhin Sneaker tragen.

Falls Ihr Euch anders entscheidet, hier gibt es die Schuhe zu kaufen: Nicholas Kirkwood bei Net A Porter.

Die Idee kommt von Chuh Chuh.

Foto: Net a Porter

Jeans für Egomanen

Ich habe von meiner Schwester eine Jeans geerbt. Sie hat das gute Stück aus Bangkok mitgebracht und fast nie getragen.  Auf dem Etikett steht „Makes Feeling Important“. Bisher habe ich von dieser besonderen Wirkung noch nichts verspürt. Merkwürdig, dass sie diese Information auf dem Etikett auf der Innenseite verstecken. Das erinnert mich daran, dass man früher hier in Europa Bilder und Medallions von Heiligen an der Unterwäsche feststeckte. Der Vergleich eines egomanischen Spruchs mit Heiligenbildern hinkt. Trotzdem verspricht man sich etwas – von einem genauso wie vom anderen.

Foto: Lifestyle Bunny / Patricia Guzman