Was mir aufgefallen ist: Stellen Modebloggerinnen eine Kollegin vor – nennen wir diese Kollegin Hannelore, betonen sie oft eine Eigenschaft, die Hannelore angeblich aus der Masse hervorhebt – nämlich ihre Tiefsinnigkeit. Während sich der Rest von uns nur beim Zehennägellackieren auf dem Bett fotografiere und sonst keinerlei Botschaft der Welt vermittele, sei Hannelore oder wie auch immer sie heißen mag, völlig anders. Nein, Hannelore veröffentlicht nicht nur Outfitposts und wenn, dann nur um ihr ungewöhnliches Stilbewusstsein anderen zuteil werden zu lassen. Es lächelt vom allerhöchsten Niveau herunter auf uns Discount-Pullover-Trägerinnen. Hannelore will uns ihren edlen Lifestyle zeigen und hat so manch wichtige Botschaft zu vermitteln.
Sofort klicke ich auf den Link zu Hannelores Blog, denn ich frage mich natürlich, warum Hannelore vorgestellt wird und nicht ich. Und siehe da, ich sehe Hannelore beim Anprobieren ihrer neuen Garderobe und beim Lackieren ihrer Zehennägel. Das kenne ich doch! Es juckt mich in meinem Discount-Pullover, wenn ich daran denke, dass sich kaum jemand in der Modeblogszene tatsächlich mit mehr Tiefsinn zum Beispiel auf gesellschaftliche oder politische Aspekte von Mode stürzt. Auch ich habe nichts zu den miserablen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken der Dritten Welt oder dem Sturmhauben-Outfit von Pussy Riot, der russischen Protest-Band, geschrieben. Die Online-News-Portale sind voller Anrgungen, doch warum äußern wir uns nicht dazu? Vielleicht, weil es nicht dem Image dienlich ist?
Natürlich dürfen sich Modebloggerinnen selbst darstellen und es muss nicht immer eine Botschaft dahinter stehen. Emanzipierter wäre aber, sich dazu zu bekennen. Wer Hannelores Tiefsinn als Besonderheit hervorhebt, degradiert alle anderen Modebloggerinnen. Leser mit dem Bemalen seiner Zehennägel zu amüsieren, kann auch einen gewissen Tiefsinn haben. Ich muss los, der Lack ist endlich trocken.
Ein Blick in meine Weihnachtskeksdose führt mir auch dieses Jahr vor Augen, wie schnell die Zeit vergeht und wie vergänglich Süßigkeiten sind. Von meinen Lieblingskeksen ist keiner mehr übrig. Nur noch eine verlassene Mandelmakrone macht es sich neben einigen Krümeln bequem. Ich melde mich aus der Weihnachtspause zurück. Mittlerweile dreht sich das Modekarussell weiter und in Berlin ist die Fashionweek zu Ende gegangen. Ich hoffe, Ihr habt es Euch in der vergangenen Zeit gut gehen lassen und schaut optimistisch aufs Jahr 2013.
Schon so mancher Verlag hat sich an Männer-Magazinen die Zähne ausgebissen. Schaut man sich die Titel an, die nach wenig Erfolg eingestampft wurden, scheint es so zu sein, dass Männer sich keine überirdisch schönen Geschlechtsgenossen ansehen möchten, sondern lieber über den Umweg eines sachlichen Themas ein wenig Lifestyle am Rande tanken. Da bietet sich eher ein Wirtschaftsmagazin mit Mode-Rubrik an oder ein Kochmagazin, dass sich ganz fleischlichen Gelüsten verschrieben hat – eben Zeitschriften für richtige Männer. Mode darf also nicht als Mode daherkommen, wenn sich ein richtiger Mann dafür interessieren soll. Und schon gar nicht gibt Mann zu, dass er hübsch sein will. Lieber tut er so, als passiere es zufällig, dass seine Frisur sitzt und das neue Hemd farblich auf den Gürtel abgestimmt ist. Aber zum heimlichen Lesen unter der Bettdecke ist das neue Magazin des integrierten Studienganges Design an der Hochschule für Künste Bremen zu schade.
Foto: Cover “Der Schöne Mann – Das Magazin, Textem Verlag, Hamburg 2012
Er: “Wann fahren wir denn nach Hause?” Sie: “Du, ich brauche noch ein Paar Schuhe für Mutters Geburtstag.” Er:”Schuhe? Schuhe haben wir doch gerade in XXX gekauft.” Sie:”Das ist sechs Jahre her.” Er:”Ja, genau.”
Keiner betrachtete das Shoppingverhalten von Mann und Frau wie Loriot und konnte es so wunderbar widergeben. Ich werde seiner gedenken, wann immer ich in Zukunft in ein “frisches Steingrau” schlüpfe.
Rechtzeitig vor dem Wochenende möchte ich Euch daran erinnern, dass wir alle sehr cool sind. Vergesst bitte nicht, Euch beim Cool-Sein an Eurem coolen Wochenende gegenseitig zu knipsen und die Polaroids ganz cool ins Internet zu stellen. Das wirkt wie ein Kleckser frische Politur fürs Image und Ihr könnt einer coolen kommenden Woche entgegensehen. Ich selbst betreibe gleich zwei Blogs, habe aber nie einen Schnurrbart gehabt. So schlimm kann ich also noch nicht sein.
(Das Video ist wegen des lyrischen Textes ab 18 Jahren freigegeben)
Und wieder verbringe ich meinen kostbaren Samstagvormittag damit, meine Socken zu sortieren. Die Waschmaschine hat statistisch betrachtet jeden Zweiten davon gefressen. Ich hatte schon erzählt, dass das Schleudermonster Socken in einem Zeit-Raum-Kontinuum verschwinden lässt. Die Strümpfe tauchen in einer fremden Waschmaschine zu einer anderen Zeit wieder auf. Doch mittlerweile bin ich mir sicher, dass die Waschmaschine meine Socken nur schluckt. Wenn sie das wenigstens paarweise täte, könnte ich mir die Suche sparen. Eben meine ich ein zufriedenes Gurgeln von ihr gehört zu haben. Es klang in meinen Ohren so satt …
Steckt nicht in jedem von uns ein kleiner Alan? Speziell an Freitagen verspüre ich den Drang, auf den Schreibtisch zu klettern und mich von dort oben auf meine Kollegen zu werfen. Leider weiß ich nicht, ob sie mich so schön auffangen, wie die Tortilla Chips es mit Alan in diesem Werbespot tun. Wem die Abenteuerlust im Magen knabbert, während er sämtliche Produkte fein säuberlich am Regalrand positioniert, Statistiken errechnet oder was auch immer tut, sollte seinen Freiheitsdrang noch ein bisschen aufschieben. Heute ist Freitag und Ihr dürft ab etwa 17 Uhr Held sein. Das ganze Wochenende lang.
Schenkt man den Interpretationen mancher meiner Freunde Glaube, dann muss man davon ausgehen, dass Friseure einen Menschen von Grund auf verändern können. Ich habe mir die Haare abschneiden lassen und mich damit schutzlos mancher Deutung ausgesetzt. Demnach steht diese äußerliche Veränderung im tiefen Zusammenhang mit weiteren Brüchen in meinem Leben. Eigentlich müsste es jetzt einen neuen Mann an meiner Seite geben, ich sollte einen Umzug in eine weit entfernte Stadt planen oder wenigsten einen neuen Job präsentieren. Die hübsche schwarzhaarige Friseurin mit großen Ohrringen hat in mein Leben eingegriffen, indem sie fast einen halben Meter Haar abgeschnitten hat. Anschließend lenkte sie per Glätteisen meine neue Frisur in rechte Bahnen. Sonst tendiert das, was auf meinem Kopf wächst, eher zu S-Kurven. Ab jetzt wird in meinem Leben alles ganz anders und viel besser. Eine Stunde auf dem Frisierstuhl ersetzt die jahrelange Psychotherapie.
herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Geburtstag. Ich und Du, wir haben harte Zeiten überstanden, verdrückten gemeinsam eine Träne, wenn nur ein oder zwei Besucher am Tag bei uns vorbeischauten und freuten uns, als nach fünf Monaten erstmalig die 100er Zugriffsmarke überschritten war. Mittlerweile gilst Du als hipper Hase im Web und Deine Sprünge werden weiter und höher.
Allen Lesern lieben Dank für Eure Aufmerksamkeit und fürs Kommentieren. Bleibt uns treu.