Gestern kamen wir beim Essen in der Mensa auf die Problematik delikater Themen wie Intim-Hygiene in der Werbung zu sprechen. Erfrischend sauber geht es in diesem Spot um Vorgartenromantik, gepflegte Rasenflächen und immergrüne Gehölze. Wer blau blutende Hände genauso satt hat wie ich, kann hier den Anblick junger Damen genießen, die trällernd mit allerlei Gartengeräten hantieren. Wipprock und pinkfarbige Rasenmäher unterstreichen die feminine Seite. Da schnurrt sogar das Kätzchen im Spot.
Schon im Alter von fünf oder sechs Jahren habe ich beschlossen, eines Tages den Weltraum zu erobern. Meine Testraketen bestanden damals aus den Pappröhren, auf denen man aufgewickeltes Toiletten- oder Küchenpapier kaufen kann. Wer genauso spinnt, kann sich zum Wettbewerb bei Google anmelden. Bis zum 31. Dezember 2012 sollte man dafür seine Papprollenrakete oder ein anderes Mondfahrzeug erfolgreich auf der Mondoberfläche gelandet haben. Keine Angst, niemand muss persönlich mitfliegen. Ein Roboter reicht als Passagier. Dem Gewinner des Wettlaufs zum Mond winken 20 Millionen Dollar Preisgeld. …
Selbstverständlich schwingt die halbe Republik fast täglich die Klinge übers Gesicht. Die andere Hälfte der Menschheit ist weiblich, rasiert sich eher vom Kinn an abwärts und dürfte vor allem im Sommer kleinen Härchen und dicken Borsten den Kampf ansagen. Damit auch alles schön glatt läuft, haben sich die Hersteller die übelsten Methoden der Haarentfernung einfallen lassen.
Besonders für kampferprobte Masochistinnen tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf. Da wird samt Wurzel alles aus der Haut gerissen oder weggeätzt. Angsthäschen greifen zum Nassrasierer und müssen damit leben, dass manches Härchen sich standhaft der Klinge widersetzt. Bei nicht ordnungsgemäßer Haarentfernung kann anschließend das ein oder andere Haar im Wege stehen und zu Reibungsverlusten führen. Wie der Spot zeigt, sind die Folgen fatal.
Mehr Geld für große Körbchen? Oberweite ist kein Luxus-Accessoire, für das wir Frauen gerne kostspieliges Zubehör kaufen. Deswegen ging ein Aufatmen durch die Reihen, als Beckie Williams im Kampf ums Körbchen gegen den Kaufhausriesen Marks & Spencer gewonnen hat. Die Schlacht um BH-Größen währte schon seit vergangenem Sommer, wurde aber von kreativen Headline-Textern hierzulande erst vor einigen Monaten als Spielwiese entdeckt. Und so kam der Britin mit Sinn für Gerechtigkeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zur Hilfe. …
Jedes Semester gibt es für Studentinnen und Studenten eine Papiertüte mit Werbeproben oder neudeutsch Give-Aways. Da ich schon einige Uni-Jahre hinter mir habe, denke ich mit Wehmut an frühere Zeiten, wo noch Tütensuppe und Schuhputzcreme dabei waren. Mittlerweile scheinen alle Hersteller davon überzeugt zu sein, dass sich studentisches Leben ausschließlich um Sex und Party dreht. Unter anderem fand ich dieses Heft einer Fitnessstudio-Kette in meiner Tüte. Interessant, wie sie versuchen, überzeugende Argumente für sportliche Aktivitäten zu finden. Ich habe einige Jahre lang fürs Jugendmagazin einer Krankenkasse geschrieben und habe oft über dieses Problem nachgedacht. Wie verkaufe ich Sport und gesunde Bewegung als hipp? Kann ich 20-Jährigen sagen, dass sie mit Sit-Ups den Bandscheibenvorfall im Alter von 50 Jahren verhindern können? Erscheint körperliche Attraktivität und guter Sex einem Studenten nahe liegender, als seine Gesundheit? Und warum bekomme ich keine Tütensuppe und Schuhputzcreme mehr?
Sie arbeiten rund um die Uhr, bekommen keinen Lohn und halten trotzdem still – was passiert, wenn Schaufensterpuppen nicht mehr wollen, beschrieb ich in meinem Posting zu “La Révolte des Mannequins” . Bei Jades in Düsseldorf haben sie jetzt eine Lösung gefunden. Lebende Puppen unterstützen ihre gestressten Plastik-Kollegen. Diese jungen Damen und Herren setzen sich für ein paar Stunden hinter die Scheibe, unterhalten sich dabei oder blättern entspannt in der Vogue. Wer möchte, darf ihnen dabei nach Herzenslust zusehen.
Wie heißt es bei Nokia so schön: eine Party im privaten Rahmen mit den besten Freunden und guter Musik macht am meisten Spaß. Da die meisten von uns zu Hause keine so gute Soundanlage stehen haben, versuchen die Veranstalter, Clubakustik und privaten Rahmen miteinander zu verbinden. Was soll ich sagen? Wäre ich daheim so laut, stünde mein Vermieter auf der Matte. Les Mads sei Dank: ich habe am Wochenende auf der Nokia Loft Beat in Köln mitgefeiert und konnte die Ohren meines Vermieters schonen. …
Wir sind zwar kein Modemekka, aber wir haben trotzdem sehr viel Stil und Feinschliff. Gerade zieht der Heizungsinstallateur von Wohnung zu Wohnung durchs Haus. Ich habe den Kopf zur Tür raus gesteckt, um zu fragen, wann er bei mir an den Heizkörpern arbeitet. Ich muss schließlich zur Arbeit. Wie sagte er mir dann so schön: “Ich komme gleich bei Sie”. Für alle, die nicht in Duisburg leben, das heißt übersetzt, ich komme gleich zu Ihnen. Das Outfit des Heizungsinstallateurs? Er hat sich wie womöglich jeden Tag für ein sehr kräftiges Blau entschieden. Hose und Oberteil sind farblich exakt aufeinander abgestimmt. Der Schnitt ist zeitlos. Dazu trägt er Schneuzer und Mehrkantschlüssel. Besonderes Accessoire: ein Werkzeugkasten, anscheinend sind wieder die ganz großen angesagt.
Ich habe früher mal im Handwerk gearbeitet, aber vielleicht wissen das einige nicht. Jede Handwerkergruppe trägt eine eigene Farbe. Schreiner ein helles Braun, Maler Weiß, Schlosser und alles, was mit Technik zu tun hat Blau, Gärtner Grün.
Kann man mit einem simplen Screenshot Mediengeschichte schreiben? Mit Ereignissen, die die Öffentlichkeit bewegen, lässt sich Aufsehen erregen. Das wusste auch der Krautchan-User, der die offensichtlich gefälschte Ankündigung des Amoklaufs von Winnenden gepostet hat. Chanboards sind die Geburtsstätte so manchen kreativen Trends aber leider auch der Ursprung von Falschmeldungen. Eine bittere Lektion für die Medien: Auflärung darüber, was bei Krautchan ein Bernd ist auf dem kleinen Geschwisterchen von Lifestyle Bunny: weiter lesen auf Kultur Bunny.
Wir Frauen haben allen Grund, aufs Jodeldiplom stolz zu sein. “Da hab’ ich was eigenes, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind”, sagt Frau Hoppenstedt in Loriots berühmtem Sketch. Schließlich waren es die scheinbar unnützen Qualifikationen unserer Mütter, die uns Frauen den Weg in die Berufswelt geebnet haben. Ein Bekenntnis zum emanzipierten Holleri du dödl di …