Die Regentage, an denen wir unsere Föhnwelle sorgfältig unter Häubchen im Frischhaltefolien-Look verpacken, sind gezählt. Dank der neuen Frühjahrskollektion von Christopher Raeburn verschwinden Turmfrisur, Minikleid oder Jeans in sehr viel schickerem Gepunktetem oder Gestreiften. Bei den Entwürfen zu seinen Regenjacken ließ sich der junge Designer vom Camouflage-Look britischer Kriegsschiffe aus dem Ersten Weltkrieg inspirieren. Dabei ging es weniger darum, das komplette Schiff vor deutschen U-Booten zu verstecken, sondern vielmehr dem Feind das Zielen und Abschätzen der Entfernung zu erschweren. Heute verwirrt Christopher Raeburns Mode vom Regen gepeinigte Mitmenschen und schreckt hoffentlich jede Wolke ab, die sich über uns ausweinen möchte. Und falls wir uns mal nicht gegen das Nass von oben verteidigen müssen, verschwinden die Regenjacken im passenden Beutel.
Da gebe ich den Modepilotinnen recht: Auf Karlotta Wilde dürfen wir gespannt sein. Fürs kommende Frühjahr 2011 zeigt die 26-jährige Designerin ein gutes Gespür fürs Luftig-Leichte. Beim Betrachten ihrer Mode scheint bereits ein Hauch Frühlingsluft mein blasses Näschen zu umwehen. Und bevor ich zu blumig dichte, schaut Euch lieber selbst Karlottas Kollektion auf ihrer Website an und reimt die passende Ode darauf.
Während sich Kate Moss für Balmain auf dem Sofa räkelt, winken Tentakel aus ihrem Ohr und merkwürdige Männchen leisten ihr Gesellschaft. Zu den Animationen gibt es entspannte Musik. Insgesamt ein stimmminges Bild, das das Topmodel im Video von Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin für Balmain präsentiert. Mir gefällt ‘s, der Woche so entspannt entgegen zu sehen.
Via Nowness, wo Ihr weitere Arbeiten der Fotografen und Filmemacher findet.
Vor 300 Millionen Jahren bevölkerten Libellen mit 70 Zentimeter Flügelspannweite und 2,50-Meter-Kollegen unseres Tausendfüßlers die Erde. Die Riesen-Insekten verdankten ihre Existenz weniger der Tatsache, dass Paral und andere Insektensprays noch nicht erfunden waren, sondern der sauerstoffreichen Atmosphäre. So vermuten es zumindest Wissenschaftler. Heute bevölkern gigantomanische Insekten nur noch meine Albträume und die Ideenwelt so manches Modedesigners. Die Entwürfen von Iris van Herpen zum Herbst und Winter 2010 / 2011 erinnern mich ein wenig an die bizarre Welt der Wirbellosen. Weitere Fotos mit Mode von Iris van Herpen gibt es unten nach dem Klick …
Beim virtuellen Besuch der London Fashion Week sind mir die Entwürfe von Bora Aksu aufgefallen. 2002 machte der Modedesigner mit türkischen Wurzeln seinen Abschluss am Central Saint Martins. Ich mag die Leichtigkeit, die seine Oberteile vermitteln mit kurzen, ein wenig ballonförmigen Röcken und verspielten Details. Wobei Bora Aksu sich hier auf diesen Bildern für eine strenge Zweiteilung seiner Outfits entschieden hat: unten Leggins in strengem Schwarz und oben der hauchzarte Kontrast.
So wie Bora seine Outfits auf der London Fashion Week präsentiert hat, werden sie wohl eher die Herzen der zukünftigen Trägerinnen erobern können. Auf der Schau in London hat Bora die schwarzen Leggins durch transparente Strümpfe mit zarter Spinnenwebenstruktur ersetzt, was ein eher stimmiges Gesamtbild ergibt – alltagskompatibler, aber weniger spannungsreich. Weitere Fotos und Link gibt es unten nach dem Klick …
Im Interview beschrieb Modedesigner Kinder Aggugini seinen Stil mit “Coco Chanel marries Sid Vicious”. Die Sprösslinge der reduziert eleganten Modeikone und des Punk-Rockers bevorzugen demnach Südseeinselflair. Bei seinen Entwürfen greift Kinder Aggugini auf klassische Kombinationen zurück, denen er mit ungewöhnlichen Prints oder kleinen Variationen einen Kick Wildheit verpasst. Auf der London Fashion Week präsentierte der Italiener mit dem merkwürdigen Namen seine Kollektion, die mich an einen meiner Lieblingsorte meiner Kindheit mitten nach Kolumbien versetzt. Mehr Fotos gibt es nach dem Klick …
Falls Ihr Euren großen Auftritt zum Oktoberfest oder anderen Landvergnügen plant, solltet Ihr ans passende Outfit denken. Es schuhplattlert und jodelt sich besser im Dirndl. Passende Mode habe ich beim Label Blutsgeschwister entdeckt. Nicht unbedingt muss es ein komplettes Kleid mit Schürze sein, auch in den Hoodies und Tops könnt Ihr Heu schaufeln oder melken. Dazu nur noch das Haar zu Schnecken drehen und Kuh Rosie freut sich über Euren Anblick. Weitere Fotos findet Ihr unten nach dem Klick …
Auch, wenn vielleicht nicht ganz so umsetzbar, liebe ich die Fotos von Fifth Avenue Shoe Repair. Bei der Herbstkollektion 2010 ließen sich die Schweden von Weltenbummlern inspirieren. Herausgekommen ist eine Kreuzung zwischen britischem Gentleman und japanischem Krieger, Ladylike Look fürs Galopprennen oder die Teezermonie. Wie schön, dass Mode heute keine Grenzen mehr kennt. Voilà: eine Prise Japan und ein Schuss Great Britain. Weitere Bilder gibt es unten nach dem Klick …
Noch sind zum Glück die Temperaturen nicht reif für Strickpulli und Riesenstiefel. Den Blick in die herbstliche Zukunft können wir trotzdem schon wagen. Was mir bei der H&M Herbstmode für 2010 aufgefallen ist, sind lange Wolljacken, farbige Muster und einige Klassiker wie weite Marlenehosen. H&M ließ sich offenbar wieder bei der Herbstmode von einigen großen Designern inspirieren. Weitere Fotos gibt es unten nach dem Klick …
Meiner Meinung nach zeichnet sich ein Revival der blickdichten Strumpfhose ab. Wie wir beobachten konnten, trällert es sich darin prima für den Eurovision Songcontest. Und so, wie es Lena vorgemacht hat, würde ich die dunklen Strümpfe mit schmalen kurzen Kleidern kombinieren, am besten mit diesen hier aus der Herbstkollektion 2010 von Acne. Schade nur, dass das schwedische Label meine Budgetplanung sprengt.