Diese Louis Vuitton-Reisetasche hat mir eine ältere Freundin meiner Familie zusammen mit zahlreichen Reiseberichten vererbt. Ich bekam von Orten zu hören, die mir völlig fremd sind: Golfplatztour durch Norditalien wo leider die Luxuslimousine abhandengekommen ist. Oder Silvesterpartys in illustrer Runde in St.Moritz. Ein bisschen fühlt es sich wie das Blättern in der Regenbogenpresse an, wenn diese Freundin von früher erzählt.
Ihre Tasche scheint die großen Tage, die sie gemeinsam an allen möglichen Orten der Welt erlebt haben, ebenfalls nicht vergessen zu haben. Für mich strahlt sie einen Hauch Jetset aus und ich stelle mir vor, wie die Louis Vuitton beim Einchecken in der Lobby des New Yorker Ritz-Carlton gestanden hat. Heute begleitet sie mich auf meinen Reisen in der Economy Class und ins Hostel und macht dabei eine nicht weniger würdevolle Figur. Zunächst wollte ich eigentlich auf die Louis Vuitton-Tasche verzichten, aber mir glaubt eh keiner, dass es sich dabei nicht um ein Fake handelt. Dann darf ich auch Taschen, die über und über mit Logo bedeckt sind, haben. Es war also Liebe auf den zweiten Blick.
Vor und am zweiten Maiwochenende bin ich wieder in München gewesen. Mich hat das Hotelbadezimmer fasziniert. Fürs heimische Nass ist die hochglänzende Dunkelheit wohl nicht geeignet – zumindest nicht für mich. Denn jeder Tropfen Wasser verewigt sich bis zum nächsten Putzen auf den spiegelglatten Oberflächen. Und ich vermute, dass solch ein Bad keine Scheuermittel verträgt. Es empfiehlt sich ein mit weichem Mikrofasertuch bewaffneter Kammerdiener. Solange ich den nicht habe, werde ich mich weiterhin in meinem in Nachkriegsgelb gekachelten Bad duschen müssen.
Foto: Lifestyle Bunny / Patricia Guzman im Eurostars Grand Central, München
Das Leben im Loft gilt als modern, doch nicht jeder teilt gerne Intimität. Meine Schwester hat einige Tage in Berlin verbracht und fand sich in diesem Hotelzimmer wieder. Nur eine Glasscheibe trennt das Badezimmer ab. Unvermeidbar scheint der wenig lustvolle Blick auf den vor Zahnpasta schäumenden Mund des Liebsten oder auf die sich epilierende Herzensdame. Schlimmer noch, wenn man sich das Hotelzimmer mit einem fast unbekannten Reisebegleiter teilt. Ich liebe Wände.
Auf den letzten Metern meines Schulwegs habe ich als Kind immer die Augen fest zugekniffen und sie erst wieder geöffnet, wenn ich vor unserem Haus stand. Ich hoffte damals, dass sich unser Haus in ein Schloss, einen Bauernhof oder Zirkuswagen verwandeln würde, wenn ich es mir mit geschlossenen Augen genug wünschen würde. Ich fürchte, ich habe mich nicht genug angestrengt, denn unser Haus blieb, wie es war. Verhinderte Zirkus-Ballerinas, Feen und Clowns mag das Angebot reizen, in einem Wagen zu wohnen, wie ihn früher Roma und Sinti nutzten. Pascaline und Pascal Patin bieten in den französischen Alpen Übernachtungen in alten Wohnwagen an. Für 50, 55 oder 60 Euro darf man sich in einem der drei Wagen betten. Die Raritäten auf Rädern sind zwischen 60 und 90 Jahre alt und ein Hauch der weiten Welt durchweht sie immer noch. Auch, wenn sie sich längst nicht mehr bewegen, für Träumer wie mich können sie Zirkuswagen oder Schloss auf Rädern sein.
Eure Übernachtung in diesem ungewöhnlichen Hotel könnt Ihr hier buchen.
Ich würde gerneein paar Luftballons an mein Haus binden und damit um die Welt reisen. Zur Not nehme ich mein Heim auch huckepack. Es ist praktisch neben seinem Bett auch Teller, Tassen, einen Herd, Kühlschrank und ein paar weitere Möbel dabei zu haben. Besser ist es, wenn in der fremden Stadt ein fertig eingerichtetes Zuhause wartet.
In Berlin hat ein neues Hotel eröffnet, in dem es komplette Apartments zu mieten gibt – das Adagio City Aparthotel. Dort findet Ihr neben Bett und Bad auch eine komplette Küche. Wer möchte, kann sich seine Mahlzeiten selbst kochen und bei Reisen in fremde Städte ein paar Euro sparen. Je nach Zimmerkategorie gibt es die Apartments im Hotel mit getrenntem Wohn- und Schlafbereich oder auch alles in einem Raum. Weitere Infos und Fotos gibt es unten nach dem Klick …
Und hier ist als kleiner Nachtrag das Video mit den Surfern im Englischen Garten in München. Neben mir stand eine Familie mit einem Kind, das die passenden Soundeffekte zu den Bildern vom Eisbach lieferte. Besonders das “Uuuuu” beim Sprung ins Wasser zum Schluss erscheint mir sehr passend.
Es hat laut Klong gemacht, als ich mit der Linse meines Fotoapparats gegen die Schaufensterscheibe knallte, weil ich am liebsten noch näher an die vielen Dirndl ran gegangen wäre. Spätabends auf dem Weg zum Hofbräuhaus entdeckte ich die Schaufenster mit Trachten. Ich verliebte mich in Schleifen, glänzende Metallknöpfe, Schürzen und Tüllunterröcke. Am liebsten hätte ich mir am nächsten Morgen ein Dirndl gekauft oder zumindest anprobiert. Weitere detailverliebte Fotos gibt es unten nach dem Klick …
Die Bayern haben Vieles, was wir aus dem Norden auch gerne hätten: Kirchtürme mit Dächern in Form von Gemüse, Würstchen, die man häuten muss, Biergläser in anständiger Größe und eine Autofabrik, in der auch mein Mini geboren wurde. Ich habe mir auf meinem Streifzug durch die Münchner Innenstadt viele Kirchen angesehen. Fotos und Text gibt es auf Kultur Bunny.
Ein bisschen verspätet sind hier die versprochenen Fotos der Eisbach-Surfer im Englischen Garten in München. Wir sind den ganzen Tag kreuz und quer durch die sonnige Stadt gelaufen und wollten uns danach so wie halb München es tat, im Englischen Garten erholen. Am Eisbach entlang kommt man zu einer Brücke unter der das Wasser hervorströmt. Vor einem Schild mit der der Aufschrift “Das Einhängen von Gegenständen zum Zwecke des Surfens ist strengstens verboten” stellen sich die Wellenreiter auf ihre Bretter.
Einen Hauch von Maui inmitten der City. Nur auf Neopren wollen die Surfer nicht verzichten. Anscheinend ist das Wasser deutlich kühler als an Hawaiis Küsten. Wir konnten uns gar nicht satt sehen und schon gar nicht aufhören zu fotografieren. Deswegen gibt es nach dem Klick reichlich Surfer-Fotos.
Wenn es nach den Bayern geht, bin ich von Freitag bis Montag im Ausland gewesen. Es gab für mich Wichtiges in München zu erledigen, was ich mit Unwichtigem verbunden habe. Zum Beispiel habe ich im Englischen Garten auf dem Rücken gelegen und meine weißen Füße in den blauen Münchner Himmel gestreckt. Von dieser Neuinterpretation der bayrischen Flagge seht Ihr hier ein Foto.
Außerdem habe ich mir die wichtigsten Kirchen angesehen, habe an den vielen Schaufenstern mit Dirndln meine Nase platt gedrückt, mich über nackte Männer im Park gewundert und die Surfer beim Wellenreiten gefilmt. Ich habe mich spätabends ins Hofbräuhaus getraut, um amerikanischen Touristen und Austauschstudenten beim Schneewalzer-Singen zuzuhören. Im Radio konnte ich erfahren, dass die Donau der internationalste Fluss der Welt sei. Er fließe neben Bayern durch neun weitere Nationen. Nein, durch Deutschland fließt die Donau nicht. In den kommenden Tagen werde ich weitere Fotos und Reiseberichte zu meinem Auslandsaufenthalt posten.