Respekt vor dem Kindlichen

Posted by: Patricia  :  Kategorie: Lifestyle & Kultur, Mode

Es gibt Produkte für Kinder und Dinge, die sich nur auf den ersten Blick an Kinder richten. Schaut man genauer hin, sind Eltern die eigentliche Klientel. Schließlich sind sie es, die im Geschäft das Portemonnaie zücken und sich eher überzeugen lassen, dass teuer gleichbedeutend mit gut ist. Diesem Credo schließt man sich anscheinend auch beim französischen Dessous-Label Jours Après Lunes an. Denn deren Werbefotos dürften kaum die Kunden im Sandkastenalter ansprechen.

Darauf sind spielende Kinder in Unterwäsche mit Attributen der erwachsenen Frau wie Perlenkette oder Makeup zu sehen. Wer in den Bildern nur das Harmlose erkennen will, dem lässt der Fotograf die Möglichkeit dazu. Doch dem, der mehr in den Darstellungen sehen möchte, bleibt leider genügend Spielraum. Es liegt im Auge des Betrachters. Und wenn ich mich auf der Website von Jours Après Lunes weiter von der Kinder- zur Damenkollektion durchklicke, sehe ich dort umgekehrt Frauen mit Kuscheltieren posieren.

Hier spielt man mit der Konstellation Kindlichkeit in Zusammenhang mit Sex Appeal – Erwachsene, denen Accessoires des Kindes und Kleine, denen Schmuck der Großen mitgegeben werden. Wo findet hier noch die scharfe Abgrenzung statt, die beide Welten voneinander trennen sollte? Mir fehlt die respektvolle Distanz, die Erwachsene vor dem Kindlichen wahren sollten. Sind die Reaktionen mancher im Netz übertrieben oder berechtigt? Sind wir heute zu empfindlich geworden und sind die Fotos tatsächlich nur harmlose Schnappschüsse spielender Kinder in knapper Kleidung? Meiner Meinung nach müsste man den Kleinen zuliebe vorsichtiger sein und auf jede Zweideutigkeit – mag sie uns auch noch so abwegig erscheinen – verzichten.
Eine spannende Diskussion zum Thema findet Ihr bei Les Mads

8 Kommentare zu “Respekt vor dem Kindlichen”

  1. Jen meint:

    Da muss ich dir wirklich zustimmen – auf Zweideutigkeit muss bei Kindermode verzichtet werden. Hast du diesen Photoshoot in der Vogue gesehen? Der war ja echt krass – eine zehnjährige in High Heels mit Leopardenprint, betonten Kurven, Schmuck… da ist es eigentlich noch nicht mal mehr zweideutig und potentiell unschuldig… viel zu extrem. (Falls du den Photoshoot nicht kennst, hier gibts mehr darüber: http://kinder-style.de/2011/08/skandalphotos-von-kindermodel-thylane/ )
    Deswegen finde ich auch nicht, dass Leute übertreiben, wenn sie die Bilder auf der Dessous-Seite kritisieren. Wenn man nicht irgendwo eine feste Grenze zieht, wird die langsam nach und nach überschritten… bis so Sachen wie die Vogue Photos kein Skandal mehr sind sondern Alltag. Und das ist wirklich nicht okay.

  2. nine meint:

    Ja, ich kann da auch nur zustimmen! Ich hab ja absolut nichts gegen hübsche Kleidung für Kinder und ich geh auch unheimlich gern für meine kleine Tochter shoppen, aber Kinderkleidung sollte vor allem praktikabel sein und auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Ich jedenfalls finds gruselig, dass es Leute gibt, die meinen, ihre Kinder wie Hollywood-Diven einkleiden zu müssen… Da sieht man doch auch wieder, wo das Schönheitsideal hingeht – speziell für Frauen.

  3. Greg meint:

    auch meine zustimmung hast du. es muss grenzen geben, die nicht überschritten werden. auch wenn das modelabel sich dadurch sicherlich ins gespräch bringt. das kann man sicher auch anders erreichen.

  4. Wendy meint:

    Ich denke auch, dass hier die Grenzen überschritten wurden. Kinder sollen Kinder bleiben dürfen. Man kann sicherlich auch anders auf sich aufmerksam machen…

  5. Johanna meint:

    Grenzen werden oft überschritten, allerdings ist es das, was viele ja auch wollen. Alleine dadurch, dass wir hier über dieses Thema diskutieren gibt dem Fotografen recht, er hat sein ziel erreicht er ist in den Mündern der Menschen und hat Aufmerksamkeit für seine Arbeit bekommen. Es wird über ihn geredet und im Endeffekt auch über die Mode oder das produkt, was verkauft werden soll… Fazit Ziel erreicht. Manchmal ist den Leuten nunmal jedes Mittel recht um Produkte zu verkaufen, traurig, aber wahr.

  6. Luna meint:

    Ich gebe Wendy recht und bin auch der Meinung, dass hier eindeutig Grenzen überschritten werden. In den letzten Jahren hat sich die Vermarktung von Kindern stark verändert. Ich finde es nimmt langsam bedenkliche Züge an

  7. Mota meint:

    Ob die Photos harmlose Schnappschüsse sind hängt vom Betrachter ab, bzw. was Der darin sieht. Aber Leute Die irgendwo an der Grenze schweben könnten durch die Bilder schon auf Ideen gebracht werden.

  8. mandy meint:

    Mir ist auch aufgefallen, dass sich die Werbung mit Kindern stark verändert hat. Kinder sehen dort schon viel erwachsener aus, als sie eigentlich sind. Keine Frage, auch Kinder können sich schick anziehen, aber in erster Linie sollte die Kleidung auch Kindgerecht sein. Man sieht ja im Fernsehen häufig Kinder, die total geschminkt sind und aussehen wie Puppen.

Kommentieren




Dein Kommentar: