Kein Wunder, dass John Galliano ganz allein mit seinem Drink am Tisch sitzen muss. Wer könnte es besser mit so viel Charme aushalten, als ein Whisky, Cognac oder was auch immer John als Abendgesellschaft gewählt hat. Jedenfalls scheint ihm ansonsten keiner würdig zu sein. Sonst würde er andere nicht so wüst beschimpfen. Erst kürzlich fiel Galliano durch antisemitische Äußerungen auf und kassierte sogleich eine Suspendierung seines Arbeitgebers Dior. Was hat Mode mit politischer und gesellschaftlicher Einstellung zu tun? Sehr viel, wenn man als großes Unternehmen Couture in alle Welt verkaufen möchte. Denn zum Glück schielt das wachsame Auge der Internetgemeinde auf Prominente wie Galliano.
Seine Äußerungen wie in diesem Video entlocken uns viel mehr als ein unaufgeregtes Hüsteln. Selten ist mir ein Mensch so unsympathisch aufgestoßen wie John Galliano. Seine Mode ist klasse, keine Frage. Aber auch hier bin ich nicht bereit, das eine gegen das andere aufzuwiegen. Hoffen wir nur, dass die Öffentlichkeit nicht wieder so vergesslich ist und morgen schon den Modedesigner fest an ihr mediales Herz drückt, so wie Jessie von Les Mads es befürchtet.
Da geht er, der bestangezogene Minister im deutschen Kabinett, Karl-Theodor zu Guttenberg. Auch Modeblogger messen immer noch einen Menschen an seinen Wertvorstellungen. Dabei ist es völlig egal, dass ihm von allen Ministern Anzüge am besten stehen, er stets die hübschesten Krawatten trägt und neben seiner schönen Ehefrau so nett lächeln kann. Aussehen bedeutet viel, aber eben nicht alles. Karl-Theodor zu Guttenberg gehört neutral betrachtet zu einer Minderheit, die es leichter als ein Herr Waigel oder eine Frau Merkel hat.
Karriere mit adrettem Äußeren
In den USA hat man den Vorteil eines adretten Äußeren in Politik und Wirtschaft schon vor den Deutschen erkannt und beschäftigt dort Heerscharen von Stylisten und Imageberatern. In einer Langzeitstudie ab 1995 befragten Wissenschaftler der University of Florida Frauen und Männer zwischen 25 und 65 Jahren zu ihrer beruflichen und persönlichen Situation. Zu diesen Daten klassifizierten die Wissenschaftler die Befragten in unterschiedliche Attraktivitätsgrade. Es zeigte sich tatsächlich eine Korrelation zwischen Attraktivität und Einkommen. Gutes Aussehen hebt nicht automatisch das Einkommen, aber zumindest das Selbstbewusstsein. Wer sich selbst schätzt, kann mehr Anerkennung von anderen fordern.
Der verlorene Attraktivitätsbonus
Dieser Attraktivitätsbonus mag auch Karl-Theodor zu Guttenberg sehr genutzt haben beim Start aus dem Nichts heraus in eine erfolgreiche Politikerkarriere. Aber überstrapazieren sollte man solche Umstände nicht. Irgendwann wiegen farblich bestens abgestimmte Accessoires und gut sitzende Anzüge keine Unehrlichkeit mehr auf. Jetzt dürfen wir uns mit den T-Shirts von Mägde und Knechtehübsch machen, uns kaputt lachen, weil wir vielleicht weniger schicke Sachen im Schrank hängen haben, dafür aber eine weiße Weste.
Ich bin Patricia Guzman. Seit 2008 blogge ich und hab mich bereits davor den Kiosk rauf und runter geschrieben. Lifestyle Bunny ist mein privates Blog über Mode, Lifestyle-Kultur und Einrichtung. Ich liebe schöne Dinge, die ich aber nicht unbedingt selbst besitzen muss. Ich bin keine Shopping-Queen, sondern finde das bewusstem Erleben von Design spannend und hoffe, Euch dafür begeistern zu können. Herzlich Willkommen.