Eben habe ich ein ernstes Wort mit einer Stubenfliege geredet. Leider zeigt sie sich davon völlig unbeeindruckt und schwirrt weiter um mich herum, inspiriert mich aber zu einer Auseinandersetzung mit dem Accessoire schlechthin: der Sonnenbrille. Laut Wikipedia liegt ihr Zweck darin, „die Augen vor unangenehmen oder schädlichen Auswirkungen der Sonne zu schützen“. Längst haben wir aber festgestellt, dass eine Sonnenbrille auf der Nase mehr kann. Sie macht das frühmorgendliche Nippen am Pappbecher Kaffee zum Zitat der Filmkultur und verleiht jedem Outfit einen gewissen Star-Appeal. Schließlich sind es die Celebritys, die es uns vormachen. Setze eine Sonnenbrille, die Gläser groß wie Untertassen, auf und Du zeigst allen Paparazzi: hier müsst ihr eure Objektive hinhalten. Ich bin so wichtig, dass ich nicht erkannt werden will. Deshalb laufe ich um Mitternacht mit gewaltiger Sonnenbrille in die Disko.

Sonnenbrillen – das Voyeur-Accessoire

Die Heinos, Britney Spears und Holly Golightlys dieser Welt haben völlig recht. Wir sollten auch an Regentagen und nachts zur Sonnenbrille greifen. Schließlich macht sie uns geheimnisvoll. Wir können selbst alles genau beobachten, während man uns hinter den dunklen Gläsern nicht sieht. Banana Factory hat das Accessoire perfektioniert und eine Sonnenbrille mit integrierter Kamera auf den Markt gebracht, die Eagle I. Diese nimmt alles in Blickrichtung des Sonnenbrillen-Trägers auf und speichert das Video auf einem integrierten MP4-Player. Solch eine Sonnenbrille ist ein ‚Must Have’ für Voyeure. Irgendwohin ist die Stubenfliege verschwunden. Vermutlich macht sie sich gerade in der Küche über mein Abendessen her. Für ein Interview zum Thema stand sie leider nicht zur Verfügung.