Vintage – auf alt getrimmte Möbelschätze

Vintage – auf alt getrimmte Möbelschätze

Was ist dran am Hype um Vintage Interieur?

Vintage, das Wort hat sich in den vergangenen Jahren schon beinahe schneller breitgemacht, als der Trend selbst. Alles ist heute vintage oder soll zumindest den Anschein machen. Doch was ist überhaupt dran am Hype um vintage Interieur? Und was ist das überhaupt?

Was ist Vintage überhaupt?

Das Wort stammt ursprünglich aus dem Weinanbau. So wurde ein bestimmter Jahrgang bzw. eine bestimmte Lese als Vintage bezeichnet. Nach und nach fand das Wort dann auch seinen Weg in andere Bereiche wie etwa Mode, Kunst oder eben Mobiliar.
Vintage bedeutet heute erst einmal altmodisch oder klassisch. Möbel oder Einrichtungsgegenstände, die aus einer bestimmten Zeit stammen. Um welche Zeit es sich dabei handelt, ist dabei fast egal. In der Regel bewegen sich die Möbel optisch zwischen 20’er und 70’er Jahren. Jetzt müssen Gegenstände aus vergangenen Zeiten ja nicht gleich altbacken oder überholt sein. Richtig in Szene gesetzt kann ein Tisch, eine Anrichte eine Menge hermachen.

Bedenkt man dabei, dass es bei der Einrichtung eines Zimmers immer die Kleinigkeiten sind, die das Bild abrunden, ist so ein vintage Möbelstück ja schon eine feine Sache.
Viele haben ja schon etwas Angst einem „Trend“ nachzueifern. Doch warum eigentlich nicht? Wenn etwas schön ist, ist es schön. Wenn es gefällt, gefällt es halt.
Also ruhig Mut, Ihr dürft Euch getrost nach neuem alten Interieur umsehen. Man wird nicht sofort zum Hipster und verwandelt sich mit dem Erwerb des neuen Couchtisches in einen IT-Nerd mit Schirm, Charme und Hornbrille.

Vintage Möbel im Einsatz

Es gibt im Moment viele Möglichkeiten an die begehrten Retro-Teile zu kommen. Die meisten Geschäfte und Internet Shops bieten eine schöne Auswahl an „auf alt gemachte“ Möbel. Hier und da findet man dann auch ein echtes Relikt. Das Tolle an diesen Möbeln ist ganz klar ihr Charme. Sie zaubern ja schon ein gewisses Flair ins Wohnzimmer, die Küche oder welchen Raum auch immer. Mag man es eher romantisch verspielt oder Pop-Art mäßig? Das passende Stück wird sich im vintage Bereich immer dazu finden.

Vintage Couchtisch im industrial Look der 1920er

Ganz besonders haben es mir allerdings die Stücke angetan, die den industriellen Charme versprühen. Pib-home bietet diesbezüglich eine schöne Auswahl. Hier findet man zwar keine originalen Relikte aus längst vergangenen Zeiten, doch den maschinellen Charme versprühen die Tische und Couchtische alle Male.
Ich kann mir dieses Interieur richtig gut in einem schönen großen Loft vorstellen, oder im Kontrast zu untapezierten Wänden, alten Backsteinen oder Klinker.

Je nach persönlichem Gusto oder auch Wohn- und Lebensstil benötigt man entweder viel Platz für viele Leute oder eher maximale Möglichkeit auf kleinem Raum. Für beide Varianten lassen sich schöne alt anmutende Tische finden, denn bei pib-home gibt es wirklich eine große vintage Couchtisch Auswahl. Den perfekten Look und ein klein wenig Steampunk gibt’s gratis dazu.

Mut zum Statement

Vintage Interieur ist ganz klar ein Statement. Hier dürft Ihr Euch ruhig mal was trauen. Ich finde diese Art, der Einrichtung passt auch zu vielen Wohnarten. Ob man eher zurückhaltend lebt und mit dem neuen Vintage Couchtisch einen schönen starken Akzent setzen möchte oder ob sich dieses Möbel perfekt ins passende Ganze fügt, das hängt ganz von einem selbst ab.
Ab einem gewissen Alter darf in den eigenen vier Wänden auch mal was gewagt werden. Dann ist es vorbei mit zusammengewürfelter Studenten- oder Azubibutze und der eigene Stil darf nun endlich Einzug halten.

Alle Fotos pib-home

 

Keine Angst vor der Schrankwand

Keine Angst vor der Schrankwand

Bisher vermittelte mir der Anblick einer Schrankwand, dass der Bewohner angekommen ist: im Leben und in seinem endgültigen Domizil. Wer sich für eine Schrankwand entschieden hat, zieht nicht mehr spontan von Berlin nach Neuseeland um dort Schafzüchter zu werden. Ein Längenmaß von drei, vier, vielleicht sogar fünf Metern verbietet derartige Auswanderungsträume. Kaum ein Möbelstück symbolisiert Beständigkeit wie dieses. Und wer eine Schrankwand besitzt, hat auch den Hausstand, um ihn darin zu verstauen. Bei Schrankwandbesitzern gibt es den Nudelsalat auf der Grillparty nicht mehr vom Pappteller. Schließlich steht genügend Porzellan in der Schrankwand. Doch was machen Menschen voller Widersprüche wie ich? Ich habe jede Menge Teller, Vasen und Schüsselchen, doch keine Schrankwand. Und trotz meiner kleinen handlichen Möbel ziehe ich nicht nach Neuseeland – habe den Traum vom Leben in weiter Ferne aber nie ganz aufgegeben. Vielleicht sollten wir potenziellen Neuseeland-Auswanderer uns für eine variable Schrankwand entscheiden? Es muss ja nicht gleich Eiche-Rustikal mit schweren Schnitzarbeiten sein. Da gibt es auch Modelle, die weniger wiegen und zarter aussehen.

modulares-schranksystem

Die ersten Schrankwände gab es bereits 1921 von der württembergischen Möbelfabrik Erwin Behr. Richtig populär wurden die großen Möbelstücke in den 1960er Jahren. Auf wenig Raum ließ sich möglich viel verstauen. Damals lebte eine ganze Familie oft auf der Wohnfläche, die heute einer einzigen Person zur Verfügung steht. Die Pro-Kopf-Wohnfläche ist in Deutschland mit über 40 Quadratmetern so hoch wie nie. Dementsprechend ist genug Platz für mehrere Schränke und luftigeres Design. Wir haben viel Raum für kleinere Möbel. Und beim Entwurf für eine Schrankwand kommt es nicht mehr allein auf den Nutzen an. Dies erleichtert mir die Entscheidung. Denn meine Vorbehalte schwinden beim Anblick von variablen Möbeln, bei denen ich mir auch kräftigere Farben vorstellen könnte. Sobald ich mich am Anblick einer knallroten Schranktür satt gesehen habe, tausche ich einfach die Tür in eine kanarienvogelgelbe um. Es ist als keine Entscheidung fürs Leben mehr, sobald eine Schrankwand in die Wohnung kommt. Alles bleibt flexibel, jugendlich, dynamisch. Ich habe eine tolle Schrankwand bei mycs entdeckt, deren Innenraum und Äußeres ich so gestalten kann, wie ich möchte. Ich bräuchte ein CD-Regal, viele Bücherregale und Fächer hinter Türen für Gläser oder Kleinkram. Auch ein Platz für ein Fernseher wäre schön. Mir gefällt Abwechslung sehr gut. Ich würde offene Fächer in Kombination mit Türen und Schubladen wählen. Das ganze darf gerne in Kunterbunt sein. Übrigens ist das System ganz einfach erweiterbar. Die Schrankwand ist nicht mehr das Symbol des Erwachsenseins. Sie bleibt heute „umzugsfähig“ indem man einfach neue Teile hinzukauft oder alte Teile in der neuen Wohnung getrennt voneinander aufstellen kann. In Neuseeland soll man übrigens viel Platz haben – viel Platz für Schrankwände.

eichenkommode

Quelle: Hier findet Ihr einige Infos zur Geschichte der Schrankwand bei Wikipedia.

Fotos / mit freundl. Unterstützung von MYCS

 

So puzzelt Ihr Eure eigenen Möbel

So puzzelt Ihr Eure eigenen Möbel

Seitdem die Serie Mad Men im Fernsehen lief, hat mich der swinging Style der 60ies gepackt. Ich liebe diesen futuristischen Retrostyle aus einer Zeit, in der jeder glaubte, ab dem Jahr 2000 verbringen wir unsere Sommerferien auf dem Mond. Schon vor längerer Zeit hatte ich von Cubit berichtet. Nach Lust und Laune kann man mit Cubit aus verschiedenen Modulen sein individuelles Sofa oder sein Wunschregal virtuell zusammenbasteln. Das kreative Werk wird dann fix und fertig geliefert. Sobald die Büchersammlung oder die Familie wächst, lassen sich Sofa genauso wie Regal erweitern. In der Zwischenzeit ist ein neuer Kollege bei Cubit hinzugekommen: das Sideboard. Dabei handelt es sich um ein Untergestell mit Holzbeinen auf das mehrere Einzelmodule miteinander kombiniert werden. Auch hier gibt es zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Modul in Kanarienvogelgelb kann sich neben einem knallroten oder grasgrünen befinden. Alle können unterschiedliche Tiefe, Höhe und Breite haben. Es gibt Module mit Tür oder auch Module, die beim Sideboard nach oben zeigen können. Am einfachsten funktioniert es natürlich, wenn man sich für eines der bereits zusammengestellten Sideboards entscheidet. Mir gefallen da besonders die Sideboards in unterschiedlichen Pastellfarben. Aber auch die Spezialisten unter ihnen finde ich sehr gelungen.

Cubit Sideboard für den Plattenspieler und für Schallplatten

Zum Beispiel dieses Plattenrack. Auf einer Seite steht der Plattenspieler sicher, auf der anderen kann man die Schallplatten einsortieren wie in ein Verkaufsdisplay. So kommen besonders die Cover schön zur Geltung. Bei diesem Untergestell sind die Beine leicht ausgestellt – so wie es sicherlich auch bei den Originalen der 1960er Jahre gewesen ist. Es gibt auch Versionen mit geradem Bein. Hier ist die passende Optik zum Sound der Beatles oder Bee Gees auf dem Bild zu sehen. Neben dem Plattenrack ist gerade noch der Rand des Cubit Sofas zu sehen. Diese Sitzmöbel waren nach dem Regalsystem die zweite Idee nach dem Cubit-Prinzip. Ihre äußere Form ist immer gleich. Doch Größe, Farbe und Stoffart unterschieden sich. Es gibt sie mit Ecklehnen, gerader Lehne auf einer Seite oder ganz ohne Lehne. Höhe der Lehne und Höhe und Tiefe der Sitzfläche variieren ebenfalls. Und trotzdem lassen sich alle Einzelteile prima nebeneinander aufstellen wie man hier auf dem Bild sehen kann. Auf der Website von Cubit gibt es einen Konfigurator mit dem man sein Regal oder Sofa virtuell bauen kann. Im realen Leben könnt Ihr Euch dann das Sofa ganz ohne Werkzeug per Stecksystem aufbauen. Alle Infos hierzu gibt es auf der Website von Cubit. Am Rand dieses Bildes seht ihr schon das dritte Mitglied der Cubit-Familie, das Regal.

Spaß in kunterbunt und zum selber Zusammensetzen: das Cubit-Sofa

Hier gibt es 34 unterschiedliche Module in acht Tiefen. Wer möchte, findet das exakt passende Fach für seinen Pokal oder seine Sammlung Lieblingscomics oder die Akten vom Finanzamt. Man braucht nicht alle Module auf einmal anzuschaffen, sondern das Regal kann Stück für Stück die Wände entlang wachsen. Es gibt sie in unterschiedlichen Tiefen, Maßen, Farben oder Furnieren. Wer die Mahnungen hinter einer Tür oder in einem Schubfach verstecken möchte, findet dazu das passende Zubehör. Es gibt auch hier Experten für die HiFi-Anlage oder den Fernseher. Und am besten gefällt mir kunterbuntes Spielzeug im Cubit-Regal. Was bei mir in der Wohnung sehr praktisch ist: Ich lebe mit vielen Fenstern und wenig Wänden. Außerdem sind im Obergeschoss Dachschrägen. Hier entfaltet das Cubit-Regal seine Talente. Es lässt sich passgenau in jeden Winkel und unter jede schräge Decke bauen. Selbst Fenster und Türen kann man damit prima umrunden. Ich persönlich bin von der Idee, selbst viel Gestaltungsspielraum bei Möbeln zu haben, völlig überzeugt und habe Spaß daran, mich der Herausforderung unserer verwinkelten Wände zu stellen.

Einrichten mit dem kreativen Stecksystem: Cubit - Regal und Sofa  Aufm_Cubit

  

Mit freundlicher Unterstützung / alle Fotos von Cubit

 

 

So bringst Du einen Tisch zum Leuchten

So bringst Du einen Tisch zum Leuchten

Ich liebe Lichtakzente. Für mich haben Lampen neben ihrem praktischen Nutzen auch eine Funktion, die mich begeistert. Sie können Bereiche beim Wohnen betonen. Speziell bei Tischen mag ich dies besonders. Jeder Gast ist tief beeindruckt, wenn der Raum gedämpft beleuchtet ist und alle Augen sich auf eine strahlende Tafel richten. Solch ein Tisch bietet die passende Bühne fürs Menü. Und wie im Theater nehmen wir als Zuschauer Platz und erwarten den großen Auftritt. Wie bringt man einen Tisch zum Leuchten? Neben glänzendem Porzellan, Kerzen und silbernem Besteck spielen die Lampen eine tragende Rolle. Grundsätzliche Begriffe zum Thema Licht und Wohnen findet Ihr hier bei Schöner Wohnen erklärt. Wir beschäftigen uns weiter mit Beleuchtung am und rund um den Essplatz.

Ein Tisch lässt sich auf vielerlei Weise beleuchten. Zunächst gibt es die klassische Hängelampe, die normalerweise tief hängt und den Tisch flächig beleuchtet. Alternative Methoden, für Helligkeit zu sorgen können aber spannender sein. In Hollywoodfilmen, wo sich die Protagonisten zum Tête-à-Tête im Restaurant treffen, fallen kleine Tischleuchten auf. Oder es gibt auch Stehleuchten, die mit ihren langen Armen bis zur Mitte großer Tafeln reichen können. Vielleicht entscheidet Ihr Euch auch für eine Mischung verschiedener Wege, Euren Tisch zum Leuchten zu bringen. Zunächst wenden wir uns der klassischen Pendelleuchte zu.

Normalerweise hängt sie recht unscheinbar an der Decke und sorgt dafür, dass jeder sein Hacksteak beim Zustechen mit der Gabel trifft: Die Pendel- oder Deckenleuchte ist ein Klassiker über dem Esstisch. Sie sollte hoch genug hängen, um nicht die Sicht zu versperren. Praktisch sind Lampen mit variabel einstellbarer Höhe. Denn sobald man den Esstisch verschiebt oder die Tischplatte auszieht, weil Besuch kommt, muss sich die Lampe neuen Gegebenheiten anpassen können. Das tun nur die wenigsten Deckenleuchten. Wer zwecks Tanzfläche gerne den Tisch ganz aus dem Raum schiebt, sollte hierfür vorgesorgt haben. Eine Schiene an der Decke garantiert die notwendige Flexibilität.

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Mir gefallen Hängelampen, die man nach Lust und Laune zusammenstellen kann. So wie es hier bei Halo Circular von Vibia der Fall ist. Die LED-Ringe schweben wie Ufos über der Tischplatte. Jeder Leuchtring lässt sich nach Wunsch platzieren. Die einzelnen Lampen können einzeln oder als Gruppe auch in unterschiedlichen Höhen gestaltet werden. Die LED-Ringe sind dimmbar. Für Tischbeleuchtung ist dies ideal.

Tischlampen sorgen für zusätzliche Akzente oder schaffen es sogar, im Alleingang kleine bis mittlere Tischflächen auszuleuchten. Da die Gäste direkt davor sitzen, solltet Ihr sie besonders sorgfältig auswählen. Ihr Licht sollte blendfrei sein, sie müssen für gute Sicht sorgen und ihr Design sollte zu Eurem Stil passen, denn sie stehen direkt neben dem Porzellan. Ob sich hierbei Postmoderne neben dem Goldrand-Barock-Service gut macht, muss jeder für sich selbst ausprobieren.

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Die Tolomeo von Artemide Tolomeo wird vielen besonders als Schreibtischlampe ein Begriff sein. Doch in dieser Version gefällt sie mir auch auf dem Esstisch sehr gut. Sie besitzt einen Arm, an dem ein kleiner Lampenschirm hängt – eine kleine Reminiszenz an die klassischen Deckenleuchten.

Bei den Stehlampen kommen hauptsächlich solche infrage, die mit einem langen Arm weit über den Tisch reichen können. Manchmal macht sich auch eine klassische Stehlampe zusätzlich zu anderer Beleuchtung neben einem Tisch gut. Hier habe ich zwei ungewöhnliche Stehlampen für Euch. Ganz oben seht Ihr den Lichtbogen Halley von Vibia.

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Dieses Kunstwerk ist die die Florensis von Artemide. wie eine Blume schmückt sie das Esszimmer und beleuchtet zusätzlich zum Beispiel zu einer Pendelleuchte den Raum. 191 Zentimeter in Stahl erhebt sie sich in die Höhe. In ihrem Innern befinden sich ebenfalls LEDs. Gerade bei schmückendem Licht sollte man sich auf die energiesparenden Effekte von LED verlassen. Das Öko-Institut hält Infos zum Thema bereit.

Alle Lampen gibt es von Lampcommerce, wo Ihr auch diese und weitere Fotos findet.

 

Werkstatt oder Thronsaal: Die Küche

Werkstatt oder Thronsaal: Die Küche

Kampfplatz, Lagerraum, Werkstatt, Salon – eine Küche sollte viele Funktionen vereinen. Noch in den 1970er Jahren hätte man das kaum erwartet. Damals wurden die Küchen in den modernen Vorstadt-Reihenhäusern immer kleiner. In der Zumkunft würde man – so dachte es damals fast jeder – kleine Tabletten in eine Art Mikrowelle legen und das Gerät spuckt ein fertiges Gericht ganz nach Wunsch aus, von der gebratenen Ente bis zum Wackelpudding.Doch alles kam anders. Kochen ist heute Teil des Lifestyles. Dementsprechend geben wir dem Zubereiten von Essen wieder mehr Raum in unseren Wohnungen. Bei mir zu Hause ist die Küche fast so groß wie das Wohnzimme. Dort wo ich den Kochlöffel schwinge, sieht es weniger nach „Clean Design“ aus. Es ist mir wichtig, dass ich sämtlichen Kram, den ich zum Kochen brauche, griffbereit und trotzdem gut verstaut habe. Eine Küche muss unbedingt praktisch sein. Sie sollte sich leicht sauber halten lassen und sie muss toll aussehen. Ich mag Küchen mit Werkstattcharme, die aber gleichzeitig auch gemütlich sein sollten. Das Publikum darf gerne vor dem Essen beim Kochen zusehen. Schließlich wollen Künstler am Herd auch Beachtung finden. Der Essplatz befindet sich bei mir direkt in der Küche. Das stellt mich vor die Herausforderung, zumindest soviel Ordnung zu halten, dass nicht jeder Gast sofort den Ort des Geschehens verlassen möchte. Doch wie versteckt man Geschirrstapel und Vorräte? In meinen Schränken ist nicht für alles Platz und manches muss in Reichweite stehen. Ich kann nicht erst über Leitern bis ganz nach oben klettern, um dort nach dem Salz zu fischen, während die Spaghetti schon bissfest kochen.

Wie gestalte ich einen Arbeitsplatz so, dass ich mich dort wohl fühle und mir alle Aufgaben leicht fallen? Diese Frage haben sich bereits zur genüge Arbeitspsychologen gestellt. Im Studium ist mir in der Wirtschaftspsychologie (das kann ich gar nicht) der Begriff Kaizen begegnet. Warum sollte man nicht, was gut für die Arbeitsplatz-Optimierung ist, auch für seine Wohnung anwenden können? Der japanische Begriff steht für einen stetigen Verbesserungsprozess. Ich werde meine Küche in unterschiedliche Bereiche einteilen, die verschiedene Funktionen erfüllen sollen. Dann werde ich für eine optische Trennung der Bereiche voneinander sorgen. Alles entfernen, was unnötig ist und neu ordnen. Beim Aufräumen können die kreativen Ideen, die mir bei Pinterest begegnet sind, sehr helfen. Doch bevor ich mich ums Innenleben meiner Schränke kümmer, beschäftige ich mich mit dem Äußeren. Welche Möbel sind in der Küche am schönsten? Wie baue ich sie am besten auf? Und meine zentrale Frage: wie verbinde ich den Werkstadtcharakter meiner Traumküche mit der Wohnlichkeit eines Esszimmers? Ich hab mir Inspiration bei Homify geholt.

 

Kueche_Tafel

Eine große Tafel in der Küche ist praktisch, sieht schön aus und bietet Platz für kreative Kochideen. Hier dient sogar die ganze Wand als Tafel. Dafür kann man Tafelfarbe kaufen. Diese gibt es in der gesamten Palette aller möglichen Farben. Am liebsten ist mir das klassische Dunkelgrün so wie ich es noch von der Schultafel kenne. Mit Tafelfarbe lässt sich fast jede Wand streichen. Nach 48 Stunden Trockenzeit ist sie mit Kreide bemalbar und lässt sich feucht abwischen. Für kleinere Flächen eignet sich Tafelfolie. Normalerweise ist Tafellack nicht für Wände in Gebrauch, sondern nur für kleinere Flächen auf Gegenständen oder Möbeln.

Kueche_Schrank

Wer alte Möbel hat oder auf Flohmärkten findet, kann ihnen mit farbigen Lacken ein neues Aussehen verleihen. Solche alten Geschirrschränke werden auch übers Internet angeboten. Mattlack lässt sich generell einfach rollen, ohne dass die Oberflächen aufwändig vorbereitet werden müssten.

Kueche_Kochinsel

Schön finde ich es, wenn man seine alten Schätzchen und Fundstücke mit Neuem kombiniert. Dazu würde sich auch solch eine Kücheninsel anbieten. Hier findet sich die ganze Küche mit all ihren Funktionen in der Raummitte wieder. Dampfabzugshauben, die ohne Röhren auskommen, machen sich eleganter. Hier ist es eine frei hängende Abzugshaube. Kunstwerke dieser Art gibt es von Elica, Inwerk, Berbel oder anderen Herstellern.

Kueche_LED

Zurzeit spielen die meisten Kücheneinrichter sehr gerne mit LED. Es gibt sie als Leiste über oder unterhalb der Arbeitsflächen oder in den Fronttüren verbaut. Wer möchte kann je nach Lust und Laune unter mehreren Farbtönen wählen.

Kueche_raumschiff

Hier präsentiert sich die Küche in ihrer puren Funktion. Der Essplatz ist deutlich durch eine Theke vom Arbeitsbereich getrennt. Ich mag solches Holz mit erkennbarer Maserung. Sie nimmt hier der Küche ihre Strenge. Trotzdem erinnert mich diese moderne Küche an ein Raumschiff.

Fotos / mit freundlicher Unterstützung von Homify.de

Ray und Charles Eames im Londoner Barbican Centre

Ray und Charles Eames im Londoner Barbican Centre

Ich hab auch schon mal auf einem gesessen – auf einem Eames. Damit ist einer der berühmten Sitzmöbel gemeint, mit denen Ray und Charles Eames im 20. Jahrhundert Furore machten. Mir ist sehr sympathisch, dass sich das Designer-Ehepaar das Wohlbefinden des Menschen als Ziel gesetzt hatte. Auf ihren Stühlen oder Sesseln sitzt es sich recht gemütlich oder praktisch. Das Aussehen richtet sich nach dem Nutzen. Mit dieser Prämisse ebnete der Look der Eames dem schlanken Purismus den Weg. Jetzt widmet sich eine Ausstellung im Londoner Barbican Centre dem kreativen Ehepaar. Übrigens werden beide gleichrangig von den Ausstellungsmachern dargestellt. Bis dato war es üblich, Charles als den kreativen Kopf zu betrachten, dem die Muse, seine Ehefrau beruflich wie privat den Rücken frei hält. Doch da Ray Künstlerin war, liegt nahe, ihren kreativen Anteil an der Arbeit höher zu bewerten. Das freut mich persönlich sehr. Und es zeigt, dass Ehepartner über Jahrzehnte hinweg kreativen Input liefern können.

 

LONDON, ENGLAND - OCTOBER 20: A general view at The World of Charles and Ray Eames exhibition at the Barbican Art Gallery at Barbican Centre on October 20, 2015 in London, England. The World of Charles and Ray Eames exhibition runs from 21 Oct 15 - 14 Feb 16. (Photo by Tristan Fewings/Getty Images for Barbican Art Gallery)

LONDON, ENGLAND – OCTOBER 20: A general view at The World of Charles and Ray Eames exhibition at the Barbican Art Gallery at Barbican Centre on October 20, 2015 in London, England. The World of Charles and Ray Eames exhibition runs from 21 Oct 15 – 14 Feb 16. (Photo by Tristan Fewings/Getty Images for Barbican Art Gallery)

LONDON, ENGLAND - OCTOBER 20: A general view at The World of Charles and Ray Eames exhibition at the Barbican Art Gallery at Barbican Centre on October 20, 2015 in London, England. The World of Charles and Ray Eames exhibition runs from 21 Oct 15 - 14 Feb 16. (Photo by Tristan Fewings/Getty Images for Barbican Art Gallery)

Bequem, reduziert, elegant. So kennt fast jeder die typischen Stühle von Eames. HIer ist der Stuhl mit einem Frauenakt verziert.

 

 

LONDON, ENGLAND - OCTOBER 20: A general view at The World of Charles and Ray Eames exhibition at the Barbican Art Gallery at Barbican Centre on October 20, 2015 in London, England. The World of Charles and Ray Eames exhibition runs from 21 Oct 15 - 14 Feb 16. (Photo by Tristan Fewings/Getty Images for Barbican Art Gallery)

Ray und Charles Eames entwarfen auch andere Gebrauchsgüter wie diesen Spielzeugelefanten, auf dem Kinder sitzen konnten.

28. The World of Charles and Ray Eames, Barbican Art Gallery. Photo Tristan Fewings_Getty Images

Die klassische Psychonalyse-Liege ist ebenfalls vom kreativen Paar. Bis zum 14. Februar 2016 ist die Ausstellung im Barbican Centre zu sehen. Im Londoner Kreativzentrum läuft zurzeit auch ein Weihnachtsmarkt.

Fotos: The World of Charles and Ray Eames, Barbican Art Gallery 2015. Photo Tristan Fewings, Getty Images