Das Leuchten der Billanten

Das Leuchten der Billanten

Zu Schmuck hat der Mensch ein sonderbares Verhältnis: Beim einen ist es sachlich, wenn es darum geht, sein Vermögen in Gold oder Diamanten anzulegen. Beim nächsten ist es von Emotionen geprägt, wenn das Herz beim Funkeln und Glitzern anfängt zu hüpfen. Die Facetten dazwischen konnte ich bei meinen Mitmenschen bisher kaum beobachten. Es wäre praktisch, wenn sich beides besser vereinen ließe. Doch das Verhältnis zu Schmuck war schon immer ein besonderes. Denn schließlich geht es darum, Dinge am Körper zur Schau zu stellen, um vielleicht auch bei anderen Begehrlichkeiten zu wecken. Laut Definition geht es bei Schmuck um eine Verzierung oder Verschönerung des Körpers. Allem Schmuck ist gemein, dass er keine echte Funktion erfüllt. Aber wir finden uns trotzdem großartig damit. Es soll sogar Menschen geben, die sich ohne Schmuck nackt fühlen. Und kann Schmuck von Unzulänglichkeiten ablenken? In jedem Falle tut er das dann schon seit geraumer Vorzeit. Der frühe Mensch hat vielleicht bereits seinen Überbiss durch eine schicke Halskette kaschieren wollen. Dabei spielt keine Rolle, was wie womit geschmückt wurde. Überliefert ist Muschelschmuck, den man um den Hals trug. Forscher fanden auch Schneckenhäuser mit Löchern. Das könnte darauf hindeuten, dass sie ebenfalls als Anhänger getragen wurden. Knochen oder Eierschalen dienten ebenfalls als Zierde.

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In den 1920er Jahren galten Diamanten erst zur Cocktailstunde nach 20 Uhr als schicklich.

Der blasse Unscheinbare

Doch der Weg bis zum funkelnden, geschliffenen und gefassten Diamanten war noch weit. Erst in der Antike begann man überhaupt aus Edelmetallen filigrane Kleinode zu schaffen. Damals gelang es den ersten Handwerkern Edelsteine zu fassen. Wer sich Schmuck aus dem Mittelalter ansehen möchte, sollte den bekannten Domschatzkammern der alten kirchlichen Bistümer einen Besuch abstatten. Hier sind die Schätze des Mittelalters, denn zum Lobe Gottes nutze man damals nur die wertvollsten Materialien. Wer sich im Mittelalter gefasste Edelsteine anschaut, kann einen fast kindlich anmutenden Gestaltungswillen darin erkennen. Damals schliff man vor allem bunte Steine in meist runde Form und verzierte Kronen oder Holzkästchen in vielfarbigen Mustern. Niemand ahnte damals, dass erst der Schliff in Ecken und Kanten, den Zauber der Edelsteine zum Leben erwecken kann. Denn die Lichtbrechung ist ihr Geheimnis. Solange ein Diamant in der tiefen Erde ruht, ist er unscheinbar. Da seine Farbe nur in Grautönen erscheint, beachtete ihn kaum jemand im Mittelalter. Diamanten hatten kaum Wert, weil sie nicht bunt waren.

Das Geheimnis der Lichtbrechung

Vermutlich hat ein experimentierfreudiger Edelsteinschleifer dem ersten Diamanten im 14. Jahrhundert zu seinem Glanz verholfen mit einem kuppelförmigen Rosenschliff. Erst jetzt wurde die hohe Lichtbrechung dieses besonderen Edelsteins sichtbar. Die noch flache Unterseite wurde mit reflektierendem Silber unterlegt. Im 17. Jahrhundert erfand man die Schleiftechnik, die nötig war, um die Unterseite kegelförmig zu gestalten. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der berühmte Brillantschliff auf. Dieser perfekte Schliff lässt den Stein von oben fast rund erscheinen. Seitlich ist eine gleichförmige Wölbung und ein Kegel unten zu sehen. Jede einzelne Facette besitzt nach außen eine glatte, völlig ebene Oberfläche. Dank dieser in verschiedenen Winkeln zueinander stehenden Flächen wird die Reflektion innerhalb des Steins erhöht. Man könnte sich einen Brillanten wie einen Billardtisch vorstellen, auf dem die Kugel extrem oft von Wand zu Wand prallt, ohne erneut angeschoben werden zu müssen. Dieser Umstand lässt einen Diamanten leuchten und schmückt uns besonders schön. Mir gefallen Diamanten in jeder Größe, selbst die klitzekleinen können bereits eine enorme Leuchtkraft entwickeln. Deswegen ist bei einem geschliffenen Diamanten neben seiner Größe vor allem Reinheitsgrad und Farbe für seinen Wert ausschlaggebend. Die genauen Qualitätsmerkmale und die Größen, die beim Vergleich von Diamanten eine Rolle spielen, stellt 77 Diamonds übersichtlich dar. Die Form des Schliffes spielt für den eigenen Geschmack und Funktion des Diamanten eine Rolle. Daneben ist die Carat-Zahl eine wichtige Größe. Reinheitsgrad und Farbe werden ebenfalls in international einheitlichen Codes dargestellt. Letztendlich spielt neben dem Vergleich auch eine Rolle, an welchen Stein man sein Herz verliert.

 

 

Details

Details

Es sind die Kleinigkeiten, die einen Mann ausmachen. Auf der sicheren Seite ist, wer nur einen teuren Anzug auswählt und es dabei belässt. Langweilig, denn die echten Modehelden bewähren sich bei der Wahl der Accessoires. Aber viele Herren trauen sich kaum zu, zwischen modischem Geniestreich und Abgrund unterscheiden zu können. Von der Kravatte mit passendem Knoten bis zum Schuhabsatz gibt es jede Menge modisches Glatteis – auch in der Herrenmode. Diesen wichtigen Kleinigkeiten und ihrem virtuosen Einsatz widmet Josh Sims sein Buch „Details“ das Ende September 2015 in deutscher Übersetzung im Midas Verlag erscheint. In jeweils eigenen Kapiteln beschäftigt sich der Autor zum Beispiel mit Unterwäsche, Kopfbedeckungen oder Schuhen und allen anderen Accessoires der Herrenmode, ihrer Geschichte und berühmten Trägern. Alles Abgerundet mit viel Fotomaterial bekommt Ihr ab Ende September 2015 im Buchhandel.

Josh Sims: Details, Worauf es beim Mann ankommt, Engl. Broschur vierfarbig, ISBN 978-1-78067-609-8, D: 34,90 Euro, A: 35,70 Euro, CH: 44 sFr.

Uhren, die nur Uhren sind

Uhren, die nur Uhren sind

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Oh ja, auch ich bin bereits im Apple Store gewesen und habe die Wunderuhr bestaunt. Die Anschaffung solch eines externen Großhirns halte ich für sinnvoll. Darüber hinaus liebe ich Dinge, die nur eine einzige Funktion erfüllen. Bei Lëkki motzt man alte Sachen auf – zum Beispiel Armbanduhren. Diese Stücke aus den 1950er bis 70er Jahren kommen technisch überprüft und frisch poliert mit neuem Armband ans Handgelenk. Lëkki verkauft die Vintage-Uhren für Preise ab 80 Euro. Darunter finden sich alte Ostmarken wie Vostok, Raketa und Sekonda. Armanduhren, die tatsächlich nur die Zeit anzeigen – in der Epoche der Multifunktionalität ist dies erstauntlich und schont das Kleinhirn. Ich meine, wer schafft es schon, die Straße zu überqueren und gleichzeitig auf einem winzigen Ziffernblatt zu wischen und zu schieben? Das sind motorische Herausforderungen, die nicht immer und überall gelingen. Ab und an gönne ich mir mit Vintage-Dingen gerne eine Pause.

Fotos: www.lekki.fr

Stille Orte: zum Kuscheln

Sobald Ihr ausgeruht dem Badewasser entsteigt, erwarten Euch diese kuscheligen Bademäntel, Pantoffeln und anderen Accessoires. Ihr habt die Wahl: Lasst darin den Tag ausklingen oder sehr langsam beginnen. Die Outfits passen zum Guten-Morgen-Kaffe genauso wie zur abendlichen Honigmilch. Und damit Ihr jemanden flauschiges zum Anlehnen habt, empfehle ich Euch Teddybär Fynn. Bilder gibt es nach dem Klick oder weiter unten.




Von oben links: Carine Gilson, Morgenmantel aus Seidensatin, um 1290 Euro, Calando, Bademantel mit roten Polkadots, um 39,90 Euro, Roberto Cavalli, langer Seidencaftan, um 1245 Euro, Vossen, Poppy Bademantel in burgunderrot, um 69,95 Euro, darunter von links: Rewind Eye Mask Lavendel, Schlafmaske, um 69 Euro, Holistic Silk, Yogamatte, um 184 Euro, ganz unten von links: Steiff, Teddybär Fynn, um 124 Euro, Pampuschen, Sandale/Zehenspreizer, um 49 Euro, Holistic Silk, Massage Slipper, um 88 Euro, Pampuschen, Haus-Ballerina in Schottenkaro, um 69 Euro

Alle Preise wie immer ohne Gewährleistung

Warum Socken das beste Ostergeschenk sind

Warum Socken das beste Ostergeschenk sind

Hiermit möchte ich einem Trend entgegenwirken: Socken sind ein klasse Ostergeschenk. Damit macht Ihr Euren Herzallerliebsten wild. Einfach die kleinen bunten Dinger für die Füße einrollen, umschlagen und ein bisschen zurecht kneten. Schon habt Ihr ein wunderschönes Socken-Osterei. Es ist klein genug, um fast unauffindbar zu werden. So könnt Ihr den Mann an Eurer Seite den ganzen Ostersonntag beschäftigen. Lasst Euch ein kreatives Versteck einfallen und er sucht bis zum Abend. Derweil vergnügt Ihr Euch mit Braten, feinem Kuchen und legt endlich mal die Beine hoch. Es kommt ganz aufs Suchtalent Eures Herzallerliebsten an. Vielleicht wird er auch noch den Ostermontag zum Suchen brauchen. Und falls er sich übers zu gute Versteck aufregt: Der Osterhase ist schuld. Hier sind besonders bunte Socken vom erst zwei Jahre alten Label „von Jungfeld“. Diese Strümpfe haben das perfekte Ostereiermuster.

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Hier ist mehr erlaubt: Socken bieten dem Mann eine der wenigen Gelegenheiten, sich farblich auf Törtchen und Geranien abzustimmen.

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Selbst starke Farben und schrille Muster sind bei Herrensocken erlaubt.

Alle Fotos: von Jungfeld

Lang umschlungen

Es gibt allerlei Kleinigkeiten, die sich um den Hals legen oder schlingen lassen. Dabei denke ich weniger an den aufregenden Einstand eines Hitchcock-Thrillers, sondern – viel harmloser – an Schmuck. Und wer jetzt die Luft anhält: Für mich muss es nicht gleich das gewaltige Collier sein. Weniger ist mehr. Nach einigen Jahren Abstinenz hab ich mich wieder nach etwas längeren Ketten umgesehen. Ich mag es, wenn ein größerer Anhänger alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auf weiteren Schmuck kann ich dabei gerne verzichten. Höchstens bunte Glasperlenketten in ähnlicher Länge wären vorstellbar. Bei der Kleidung ziehe ich die Variante vor, solche Halsketten mit lässigerem Lagenlook zu kombinieren. So taten es die Hippies oder die Grungegeneration. Ein klassischer Rollkragenpulli wäre mir da zu konservativ und würde eine lange Kette etwas einsam wirken lassen. Natürlich könnten solche Anhänger auch an einem dünnen Satin- oder Lederband gut aussehen.

Kette-Glitzerkugel Kette-Perle Kette-Ringanhaenger

Links seht Ihr einen Anhänger in Form einer Glitzerkugel mit Swarovski-Steinen. Auf dem mittleren Bild hängt eine grün schimmernde Zierperle an einem Ring. Rechts ist ein Ringanhänger mit Glitzersteinen verziert.  Alle hier gezeigten Accessoires sind von AtelierGS.

Fotos / mit freundlicher Unterstützung: AtelierGS