Barbie_50er

Ich nahm mir als kleines Mädchen vor, später mindestens genauso blond und blauäugig zu werden wie Barbie. Das habe ich nie geschafft, wie man sehen kann. Meine Vorbilder haben sich gewandelt, aber Barbie bleibt wie sie ist: schlank mit überlangen Beinen und einem Teint, der nichts über ihr Alter verrät: seit 50 Jahren lächelt Barbie in unsere Kinderzimmer hinein und lässt kleine Mädchen eine irreale Erwachsenenwelt nachspielen.  Zu Ehren des runden Geburtstags haben Modedesigner auf der New York Fashionweek den Barbie-Look neu kreiert und der Hersteller Mattel bringt einige Puppen-Klassiker als Sammlerstücke heraus. Beim Anblick hüpfen sogar die Herzen von mittlerweile großen Mädchen.

Siegeszug im Badeanzug

Der Weg zu meiner ersten Superstar-Barbie war steinig wie ich in einem früheren Beitrag beschrieben habe. Als ich sie in den Händen hielt, war ich völlig verzückt. In stundenlangen Ritualen zog ich ihr die wenigen Kleider aus und wieder an. Die Entwicklung bis zu meinem Traum in Blond, Pink und Glitzerschmuck fand seinen Ursprung 1959. Damals wurde Barbie in einem gestreiften Badeanzug auf der American Toy Fair in New York der Öffentlichkeit präsentiert. Ähnlich wie zwischen meiner Mutter und mir bildeten sich klare Fronten unter den Frauen. Die einen lehnen sie bis heute als frauenfeindlich ab, die anderen sind begeistert und sammeln noch als Erwachsene die Sondereditionen des Herstellers Mattel. Ich glaube kaum, dass Barbie aus kleinen Mädchen Duckmäuse macht, die keinem Mann widersprechen und zu Hause den Herd bewachen. Dazu ist mehr als eine Puppe nötig.

Spielzeug auf dem Laufsteg

Auf dem Modeblog Allet ohne Schminke gibt es Fotos von der New York Fashionweek. Dort durften sich bekannte Designer zum Thema Barbie austoben. Besonders die typischen Schuhe haben es den Autorinnen angetan. Ich erinnere mich an Barbies winzige Füße, die nur mit den Spitzen den Boden berührten und an denen Barbie Plastikpumps trug. Klar kann man den Herstellern der Barbie-Puppe vorwerfen, mit dem Spielzeug nicht die Realität abzubilden. Das trifft auf das meiste Spielzeug zu, wenn ich meinen Plüschlöwen betrachte. Und deshalb lieben wir auch als Erwachsenen unser Spielzeug so sehr – eben weil es wenig mit der Realität zu tun hat. Wir wissen längst, dass Barbie keine Überfrau ist.