Steven Meisels Fotoserie für die italienische Vogue

Mode kann mehr als hübsch aussehen, doch wie lässt sich eine gesellschaftskritische Komponente einbringen, ohne geschmacklos zu werden? Die italienische Vogue ist als risikofreudig bekannt und wagt sich mit einer Fotostrecke in der Ausgabe von August 2010 ans Thema Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko. Steven Meisel fotografierte mit Öl beschmierte Models am Strand. Das ist mehr als ein Fingerzeig und kommt so subtil wie ein Bulldozer daher. Die Bilderserie dokumentiert einen Ist-Zustand, den uns Fotos mit leidenden Tieren mehr ins Bewusstsein rücken können, als ein menschliches Model, das nach dem Shooting einfach unter der Dusche verschwindet.

So schön kann Ölpest sein

Wer sich künstlerisch mit dem Thema Umweltkatstrophe auseinandersetzt, muss dies auf eine andere Ebene übertragen, um neue Sichtweisen aufzeigen zu können. Einfach Tiere durch Menschen zu ersetzen funktioniert auf den Bildern von Steven Meisel nur eingeschränkt. Der Fotograf traut sich nicht, die Hässlichkeit einer Ölpest zu zeigen, sondern ästhetisiert. Gefährlich, denn der ein oder andere könnte beim Anblick der Bilder feststellen, dass ein bisschen Öl sogar nett aussehen kann. Trotzdem haben uns der Fotograf und die italienische Vogue das Thema wieder bewusst gemacht und zeigen, dass sich die Modeszene mehr in aktuelle Themen einbringen sollte. Deswegen finde ich solche Versuche trotz allem lobenswert.

Der Spiegel zum Thema Vogue-Fotoserie zur Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko

Die Fotserie Water and Oil von Steven Meisel

Foto: Cover der italienischen Vogue, Ausgabe August 2010