Ikea Schweiz hat den Literaturkritiker Hellmuth Karasek um eine Rezension ihres auflagenstarken Katalogs gebeten. Und der Schöngeist hat seinen Job souverän erledigt. Das ist weniger amüsant als vielleicht erwartet. Denn er trifft den Kern des Werkes: Ikea begegnet den Kataloglesern auf einer sehr persönlichen Ebene. Schließlich soll es in diesem Buch um unseren Intimbereich gehen: ums Zuhause. Wer in mein Schlafzimmer blickt und mir Tipps geben möchte, wie ich besser schlafen kann, darf selbstverständlich „Du“ zu mir sagen. Auch mit einer Auflage von fast 220 Millionen Exemplaren soll ich das Gefühl haben, persönlich gemeint zu sein. Karasek distanziert sich und döst lieber ohne Ikea-Katalog. „Was fehlte dem Buch, wenn es ein schöngeistiger Roman wäre?“ (Oh ja, das ist der korrekte Konjunktiv.) Ich stimme zu, es fehlt alles und trotzdem blättere ich gerne in diesem Bilderbuch.