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Bliss Lau

Nicht, dass ich am Sonntag bei meiner Mutter so zu Kaffee und Kuchen auflaufen würde, aber allein das Anschauen der Kollektion von Bliss Lau macht Spaß. Handelt es sich nun um Accessoires oder Kleidung? Welche Rolle spielt Haut und Nacktheit in ihren Ideen? Einen kleinen Blick habe ich am gestrigen späten Abend auf ihre Website noch werfen können. Danke an Julia.

Foto: Bliss Lau / Eric Guillemain

 

Respekt vor dem Kindlichen

Es gibt Produkte für Kinder und Dinge, die sich nur auf den ersten Blick an Kinder richten. Schaut man genauer hin, sind Eltern die eigentliche Klientel. Schließlich sind sie es, die im Geschäft das Portemonnaie zücken und sich eher überzeugen lassen, dass teuer gleichbedeutend mit gut ist. Diesem Credo schließt man sich anscheinend auch beim französischen Dessous-Label Jours Après Lunes an. Denn deren Werbefotos dürften kaum die Kunden im Sandkastenalter ansprechen.

Darauf sind spielende Kinder in Unterwäsche mit Attributen der erwachsenen Frau wie Perlenkette oder Makeup zu sehen. Wer in den Bildern nur das Harmlose erkennen will, dem lässt der Fotograf die Möglichkeit dazu. Doch dem, der mehr in den Darstellungen sehen möchte, bleibt leider genügend Spielraum. Es liegt im Auge des Betrachters. Und wenn ich mich auf der Website von Jours Après Lunes weiter von der Kinder- zur Damenkollektion durchklicke, sehe ich dort umgekehrt Frauen mit Kuscheltieren posieren.

Hier spielt man mit der Konstellation Kindlichkeit in Zusammenhang mit Sex Appeal – Erwachsene, denen Accessoires des Kindes und Kleine, denen Schmuck der Großen mitgegeben werden. Wo findet hier noch die scharfe Abgrenzung statt, die beide Welten voneinander trennen sollte? Mir fehlt die respektvolle Distanz, die Erwachsene vor dem Kindlichen wahren sollten. Sind die Reaktionen mancher im Netz übertrieben oder berechtigt? Sind wir heute zu empfindlich geworden und sind die Fotos tatsächlich nur harmlose Schnappschüsse spielender Kinder in knapper Kleidung? Meiner Meinung nach müsste man den Kleinen zuliebe vorsichtiger sein und auf jede Zweideutigkeit – mag sie uns auch noch so abwegig erscheinen – verzichten.
Eine spannende Diskussion zum Thema findet Ihr bei Les Mads

Puristisch

Designtalent Nicholas Julitta

Puristisch wie klares Wasser präsentieren sich die Entwürfe für Herbst und Winter 2011 des italienischen Design-Newcomers Nicholas Julitta. Er studierte in Mailand sowie Helsinki und verbindet in seiner Mode die Coolness des Nordens mit südländischer Eleganz. Ich mag es, wie Nicholas mit hellen Farben umgehen kann, nicht immer schmeicheln Weiß und Creme der Trägerin so gut wie hier. Bei Dazed Digital findet Ihr ein Interview mit dem jungen Designer.

Fotos: Nicholas Julitta via Dazed und Tumblr, der Junge Modedesigner zeigte seine Entwürfe bei der Milan Fashion Week 2010 als Installation.

 

Cocktail-Saison

Kurz und schick von Frida Weyer

Wer lädt mich bloß zur Sommer-Cocktailparty an seinen Swimmingpool mit Blick auf Saint-Tropez? Genau dort könnte ich mir vorstellen, mit einem dieser Kleider zu stehen. Ab und an würde ich an meinem Glas nippen und freundlich lächelnd zu den Häppchen greifen. Ihr habt nicht zufällig eine Villa in Südfrankreich? Schade.

Weißes Kleid mit zartem Tüll in schwarz kombiniert mit Dutt, der hoch oben auf dem Kopf sitzt. Ein Trend, den wir schon kennen und immer noch lieben.

Schwarzes Cocktailkleid mit Pailletten ein schöner Kontrast falls frau eine Freundin zur Poolparty mitnimmt.

Fotos: Frida Weyer

Böse Mode

Mode von Charlie le Mindu

Was Charlie le Mindu bei der London Fashion Week für Herbst und Winter 2011 präsentierte soll provozieren. Doch so richtig ärgern lässt sich das heutige Publikum nicht. Zumindest schaut die Öffentlichkeit mit interessiertem Kopfschütteln auf die Entwürfe in bösem Schwarz, unschuldigem Weiß, Blutspritzern und Nacktheit – mehr auch nicht. Alles ist ein wenig zu gewollt für meinen Geschmack, denn nicht, weil wir uns von einer entblößten Brust kaum provozieren lassen, muss jetzt Pornografie mit Fetisch und Gewalt kombiniert werden.

Was kann heute noch provozieren? Sicherlich keine Steigerung von Altbekanntem ins Unerträgliche hinein. Dadurch verwandeln sich Tabus in Klischees. Es ist eher das provokante Hinterfragen, dort, wo niemand aufmuckt, das uns als Publikum zum Weiterdenken anregt. Charlie le Mindu hat zumindest erkannt, wie wichtig es ist, auch mit Mode eine Geschichte zu erzählen, die Entwürfe in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, die er mit seinem Auftritt in Schlachterschürze bei der Show auf der London Fashion Week abgeschlossen hat. Aber wir als Publikum wollen uns nicht in Ekel ab- und dem nächsten Plausch übers Wetter beim Latte Macchiato zuwenden. Deswegen wäre beim nächsten Mal ein dezenteres Hinweisen auf die Problemzonen unserer Gesellschaft sinnvoller. Besser, man winkt uns mit leiser Kritik, als dass man uns die volle Breitseite der Provokationskeule spüren lässt.

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Gisele Bündchen für H&M

Frühjahr 2011


Ein oft gesehenes Gesicht: Gisele Bündchen präsentiert die neue Frühjahrskollektion für H&M.

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