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Mehr Geld für große Körbchen? Oberweite ist kein Luxus-Accessoire, für das wir Frauen gerne kostspieliges Zubehör kaufen. Deswegen ging ein Aufatmen durch die Reihen, als Beckie Williams im Kampf ums Körbchen gegen den Kaufhausriesen Marks & Spencer gewonnen hat. Die Schlacht um BH-Größen währte schon seit vergangenem Sommer, wurde aber von kreativen Headline-Textern hierzulande erst vor einigen Monaten als Spielwiese entdeckt. Und so kam der Britin mit Sinn für Gerechtigkeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zur Hilfe. …

Üppiger Preis

Marks & Spencer hatte im Juli 2008 die Preise für BH ab Körbchengröße DD um zwei Pfund angehoben. Das entspricht einem Aufpreis von 2,20 Euro. Das Argument: für größere BH sei mehr Stoff und eine aufwändigere Verarbeitung notwendig. Beim Blick ins große Körbchen kann jeder feststellen, dass die Modelle exakt baugleich mit den kleineren Ausgaben sind. Von besonderen Stützverstrebungen oder ähnlichem ist weit und breit nichts in Sicht. Selbst für eine 70DD ist nicht mehr Stoff nötig als für eine 85B. Sowieso dürften Arbeitskosten und Transport den größeren Teil des Preises ausmachen.

Gerechtigkeit im BH-Streit

Die Facebook-Gruppe Breast 4 Justice der Aktivistin Williams hatte zum Schluss 14.000 Mitglieder – Frauen und zahlreiche Männer. Marks & Spencer ließ sich erst beeindrucken, als Beckie Williams damit drohte, Kleinaktionärin der Kaufhauskette zu werden, um auf der jährlichen Hauptversammlung die Geschäftsführung persönlich auf die Missstände aufmerksam zu machen. Was hätte die Preispolitik von Marks & Spencer für Folgen haben können? Variable Aufschläge pro Zentimeter Brustumfang mit öffentlicher Messung an der Kasse bei Kauf eines BH? Und wattierte A-Cups werden in Zukunft vor dem Verkauf abgewogen. Dann hätte ich auch einen Unterhosenaufschlag für Männer gefordert. Wer kann da noch behaupten, dass Größe keine Rolle spiele?