Was macht Luxusmarken aus? Wir streben danach, ein Teil von ihnen zu besitzen. Gleichzeitig möchten wir keinesfalls, dass unsere Bekannte oder Arbeitskollegin sich ebenfalls einen Rock oder Mantel dieser Marke gönnt. Das Luxuslabel sollte jeder kennen, aber längst nicht für jeden zugänglich sein. Damit hätten wir zwei Gegensätze, die sich dank diverser Marketingstrategien nicht gegenseitig ausschließen müssen. Ein seit Jahren bekannter Weg um in aller Munde zu sein ist der, mit H&M zusammenzuarbeiten. Segen für eine Marke, die für mich zu sehr Show ist. Balmain trägt niemand mit Hang zum Understatement. Wer solch ein Kleid an der Bushaltestelle präsentiert, sollte sich dort verhalten, als wäre der Red Carpet bis zur Einstiegsstufe ausgerollt.

Familie Jenner hat es nicht nötig, mit dem Bus zu fahren. Sie laufen auf dem roten Teppich der Traumstadt Hollywood. Ganz groß und gleichzeitig ganz klein bei uns im Handy via Instagram zu sehen. Deswegen passen Balmain und H&M so gut zu ihnen. Kylie Jenner, Diane Kruger, Rosie Huntington-Whiteley and Alexa Chung waren beim großen Eröffnungsevent – völlig unterschiedliche Typen. Aber alle präsentieren auf ihre Weise Glammer. Und ich werde wieder ungläubig zusehen, wenn sich jede Menge Kaufwillige morgen aufs gemeinsame Werk von H&M und Balmain werfen. Aber warum nicht? Jeder hat sich etwas Glammer verdient und wenn man darin nur an der Bushaltestelle steht.

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Ein bisschen Zirkus muss sein. Bei Balmain scheint im Hintergrund immer ein kleiner Tusch hörbar zu werden.

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Die Streifen dominieren den Look. Der Künstler Piet Mondrian diente schon für mehrere Designer als Inspirationsquelle. Hier erinnert es mich an die 80er Jahre.

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Wer heute nicht Mitgleid eines großen Orchesters ist, kommt kaum in den Genuss, einen Frack zu tragen. Diese Version ist aus glänzendem Stoff und wird ohne Hemd und Fliege getragen.

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Glänzende Pumphosen erinnern an den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest von 1979. Die Gruppe Dschingis Kahn erreicht so den vierten Platz.

Fotos: Balmain x H&M, Photographer: Kacper Kasprzyk