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Carine Roitfeld für Harper’s Bazaar

Stylistin Carine Roitfeld gibt ihr Debut bei Harper’s Bazaar. Ihre erste Modestrecke ist im März-Heft und einige Bilder könnt Ihr Euch direkt auf der Homepage der Zeitschrift ansehen. Dass sie eine Meisterin ihres Faches ist, bleibt unbezweifelt. Jahrelang hatte Carine Roitfeld das bei der Vogue bewiesen. Nur als Journalistin und als Zeitschriftengründerin musste sie sich Kritik gefallen lassen. Das CRfashionbook überzeugte weniger mit Innovation. Jina Khayyer spricht in ihrem Artikel für die Zeit von der „Stylistin im Schneewittchensarg“. Hoffen wir darauf, dass Carine den Apfel irgendwann wieder ausspuckt. Die zweite Ausgabe kommt bald in den Handel.

Foto: Titel Harper’s Bazaar

Kaffeeplausch: Wenn Bloggerinnen über andere …

… Bloggerinnen schreiben

Was mir aufgefallen ist: Stellen Modebloggerinnen eine Kollegin vor – nennen wir diese Kollegin Hannelore, betonen sie oft eine Eigenschaft, die Hannelore angeblich aus der Masse hervorhebt – nämlich ihre Tiefsinnigkeit. Während sich der Rest von uns nur beim Zehennägellackieren auf dem Bett fotografiere und sonst keinerlei Botschaft der Welt vermittele, sei Hannelore oder wie auch immer sie heißen mag, völlig anders. Nein, Hannelore veröffentlicht nicht nur Outfitposts und wenn, dann nur um ihr ungewöhnliches Stilbewusstsein anderen zuteil werden zu lassen. Es lächelt vom allerhöchsten Niveau herunter auf uns Discount-Pullover-Trägerinnen. Hannelore will uns ihren edlen Lifestyle zeigen und hat so manch wichtige Botschaft zu vermitteln.

Sofort klicke ich auf den Link zu Hannelores Blog, denn ich frage mich natürlich, warum Hannelore vorgestellt wird und nicht ich. Und siehe da, ich sehe Hannelore beim Anprobieren ihrer neuen Garderobe und beim Lackieren ihrer Zehennägel. Das kenne ich doch! Es juckt mich in meinem Discount-Pullover, wenn ich daran denke, dass sich kaum jemand in der Modeblogszene tatsächlich mit mehr Tiefsinn zum Beispiel auf gesellschaftliche oder politische Aspekte von Mode stürzt. Auch ich habe nichts zu den miserablen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken der Dritten Welt oder dem Sturmhauben-Outfit von Pussy Riot, der russischen Protest-Band, geschrieben. Die Online-News-Portale sind voller Anrgungen, doch warum äußern wir uns nicht dazu? Vielleicht, weil es nicht dem Image dienlich ist?

Natürlich dürfen sich Modebloggerinnen selbst darstellen und es muss nicht immer eine Botschaft dahinter stehen. Emanzipierter wäre aber, sich dazu zu bekennen. Wer Hannelores Tiefsinn als Besonderheit hervorhebt, degradiert alle anderen Modebloggerinnen. Leser mit dem Bemalen seiner Zehennägel zu amüsieren, kann auch einen gewissen Tiefsinn haben. Ich muss los, der Lack ist endlich trocken.

Foto: Patricia Guzman / Lifestyle Bunny

Alte Karussellautos

Vor langer Zeit habe ich bei uns mitten in der Stadt auf dem Hauptplatz mit meinem schicken Straßenkreuzer Kreise gezogen. Vorbei ging es mit 2 Stundenkilometern an grinsenden Gartenzwergen, Pappmaschégebirgen und kleinen Springbrunnen. Dass mein Gefährt nur eine Mini-Ausgabe eines Cadillac oder BMW war und meine Mutter die Fahrt spendiert hatte, muss ich noch erwähnen. Außerdem hatte das Auto vorne zwei Lenkräder, was oft zu Disputen mit meinen Beifahrern führte. Heute weiß ich, dass Karussellautos auf Schienen fahren und man weder Gas geben noch irgendeine andere Macht darüber hat. Deswegen waren alle Diskussionen umsonst. Und trotzdem weckt der Anblick von Karussellautos die Erinnerung in mir, wie aufregend ich es als Kinder fand, am Steuer zu sitzen. Heute passe ich nicht mehr in die kleinen Gefährte rein und darf große Autos fahren. Das macht leider nur noch halb so viel Spaß. Bei Trouvé verkaufen sie alte Karussellautos – für Menschen wie mich, die ihre große Freiheit im Kreisfahren entdeckt haben. Außerdem bietet der Laden noch allerlei weitere Fundstücke an.

Foto: Trouvé

Ostfold von Lëkki

Jetzt fehlt mir nur noch der Inhalt für diese edle I-Pad-Hülle. Aber ich besitze noch nicht einmal ein Smartphone. Vielleicht passt auch eine kleine Schreibtafel hinein? Ostfold von Lëkki.

Foto: Lëkki

Augustin Teboul: Les Fleur du Mal

Les Fleur du Mal, Die Blumen des Bösen – so benannten die beiden Designerinnen, die hinter Augustin Teboul stehen ihre Kollektion für den Sommer 2013. Dass der gleichnamige Gedichtband des Romantikers Charles Baudelaire dafür Inspiration lieferte, macht sich in der melancholischen Opulenz deutlich. Die konsequente Entscheidung für Schwarz dämpft alle Pracht von Spitze, Perlen und Stoffen. Ich liebe diese leichte Schwermut. Zu einem verregneten Wintertag ist es das passende Ambiente, aber wer erwartet so etwas im Sommer? Annelie Augustin und Odély Teboul bringen uns näher, was scheinbar nicht miteinander vereinbar ist. Wie ich finde, gelingt ihnen das auf ungewöhnliche Weise sehr gut.

Wie ein schwarzer Engel aus einem der Gedichte Baudelaires. Auch bei den Fotos blieb man der Romantik und ihrer typischen Haltung treu.

Hier geht es zu weiteren Fotos.

Und hier noch ein Link zu Wikepedias Eintrag zu Les Fleur du Mal.

Fotos: Stefan Milev, Model: Anna Nevala / M4Models und Natascha Hey / Modelwerk, Make-Up: Lisa Zeitler, Hair: Marc Kluckert und Karin Hackel