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Gespräch mit einer Stubenfliege

Eben habe ich ein ernstes Wort mit einer Stubenfliege geredet. Leider zeigt sie sich davon völlig unbeeindruckt und schwirrt weiter um mich herum, inspiriert mich aber zu einer Auseinandersetzung mit dem Accessoire schlechthin: der Sonnenbrille. Laut Wikipedia liegt ihr Zweck darin, „die Augen vor unangenehmen oder schädlichen Auswirkungen der Sonne zu schützen“. Längst haben wir aber festgestellt, dass eine Sonnenbrille auf der Nase mehr kann. Sie macht das frühmorgendliche Nippen am Pappbecher Kaffee zum Zitat der Filmkultur und verleiht jedem Outfit einen gewissen Star-Appeal. Schließlich sind es die Celebritys, die es uns vormachen. Setze eine Sonnenbrille, die Gläser groß wie Untertassen, auf und Du zeigst allen Paparazzi: hier müsst ihr eure Objektive hinhalten. Ich bin so wichtig, dass ich nicht erkannt werden will. Deshalb laufe ich um Mitternacht mit gewaltiger Sonnenbrille in die Disko.

Sonnenbrillen – das Voyeur-Accessoire

Die Heinos, Britney Spears und Holly Golightlys dieser Welt haben völlig recht. Wir sollten auch an Regentagen und nachts zur Sonnenbrille greifen. Schließlich macht sie uns geheimnisvoll. Wir können selbst alles genau beobachten, während man uns hinter den dunklen Gläsern nicht sieht. Banana Factory hat das Accessoire perfektioniert und eine Sonnenbrille mit integrierter Kamera auf den Markt gebracht, die Eagle I. Diese nimmt alles in Blickrichtung des Sonnenbrillen-Trägers auf und speichert das Video auf einem integrierten MP4-Player. Solch eine Sonnenbrille ist ein ‚Must Have’ für Voyeure. Irgendwohin ist die Stubenfliege verschwunden. Vermutlich macht sie sich gerade in der Küche über mein Abendessen her. Für ein Interview zum Thema stand sie leider nicht zur Verfügung.

Ich liebe rosa Riesenferkel

Der Kultur Spiegel hat einen Artikel in seiner Oktober-Ausgabe der Lieblingsspielwiese vieler Lifestyle-Bunnys gewidmet: den Shopping-Centern in Innenstadtlage. Wobei sie die großen Kauf-Verführer als rosa Riesenferkelei titulierten. Drei dieser neuen Einkaufscenter stehen für mich in Hoppelweite: Das Duisburger Forum, die Düsseldorf Arcaden und das Verkaufscenter am Limbecker Platz in Essen. In allen dreien habe ich bereits Geld gelassen. Im Zeitschriften-Text steht viel von Instant-Architektur und ein bisschen Design-Chici. Exemplarisch für alle Riesenferkel steht wohl das Alexa in Berlin. Es ist tatsächlich rosarot und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit soll beim Anblick „ist das hässlich,“ ausgerufen haben. Trotzdem es vielen Bewahrern der traditionellen Stadtzentren missfällt: Laut Spiegel und Report Shopping-Center 2009 des Kölner Einzelhandelsinstituts EHI trotzen die Konsumburgen jeder Flaute und ziehen Kauffreudige an. Der Spiegel-Autor fragt: „Aber wieso sind simulierte Innenstädte erfolgreicher als die realen? Wieso sind die Verkaufsmonster solche Kundenmagneten?“ Nun denn, vielleicht, weil sie ein wenig schöner sind, als die ursprünglichen Innenstädte von Duisburg oder Essen? Oder vielleicht, weil auch in Düsseldorf Normalverdiener leben, die sich nicht die Kö rauf und runter shoppen können?

Im Handumdrehen neue Innenstädte

Es ist für Stadtverwalter recht bequem, wenn ein Investor ihnen die Arbeit der Neustrukturierung der Innenstädte abnimmt. Eine Aufgabe, an der die Städte eh schon häufig gescheitert sind, deswegen dürfen sich die Mall-Betreiber auch ganz alleine bei Planung und Bau austoben. Kaum ein Kommunalpolitiker scheint seine Wünsche gegenüber den Bauherren zu äußern, geschweige denn, dass die Bürger gefragt würden. Denn wie der Spiegel-Autor es richtig erkannt hat: „Ein Center ist eben nicht das neue Herz einer Innenstadt, wie es die Betreiber gerne behaupten, sondern es ist ein Parasit, der den Wirt aussaugt.“ In der Umgebung der Malls verschwinden gute Geschäfte, es entstehen meist Billigmeilen. Das liegt daran, dass sich kaum ein Kunde aus der geschlossenen Mall-Welt herausirrt. Nun denn, das Ziel des Investors ist, dass der Kunde sein Einkaufszentrum gerne betritt, nicht, dass er es auch gerne verlässt. Aber was spricht dagegen, auch mal eine Straße mitten durch ein Einkaufszentrum führen zu lassen? In Duisburg zum Beispiel ist der Eingangsbereich des Forums groß, weit und zur Straße hin offen durch eine Komplettverglasung gestaltet. Schräg gegenüber auf der anderen Seite der breiten Fußgängerstraße, an der das Zentrum angrenzt, liegt der Eingang zu einer weiteren Passage. So kann der Besucher von Passage zu Passage laufen, muss aber dafür die große Einkaufsstraße kreuzen.

Rosarote Shoppingwelt

So schnappt der Kunde zumindest ein bisschen natürliche Außenluft, bevor er wieder in den künstlichen Raum abtaucht. Aber auch mit diesen kleinen architektonischen Kunstgriffen wird kein Stadtplaner die Entwicklungen aufhalten können. Wir lieben es nun mal trocken, sauber und warm. Wir begeistern uns für die kurzen Wege zwischen C&A und edc und wir mögen es, wenn wir die passenden Schuhe zum Mantel direkt im Laden nebenan finden. Diese Vorteile bieten Shoppingmalls mehr als es Innenstädte tun können. Aber vielleicht kommt irgendein Stadtplaner auf die Idee, den Konfrontationskurs zwischen klassischer Innenstadt und überdachter Kunstwelt aufzulösen. Nach Herzenslust von den Shoppingmalls abkupfern und ein wenig klassisches Citylife einstreuen wäre eine Lösung. Denn komplett können wir die Zeit nicht zurückstellen und unsere Innenstädte sind nun mal das Ergebnis dessen, was unsere Gesellschaft und unsere Zeit fordern. Und mir schein, als würden wir alle rosa Riesenferkel lieben.

Charlotte Roche hat meinen Müll weggebracht

Ich habe Charlotte Roche lieb. Deshalb kann ich ihr verzeihen, dass mich ihr Buch Feuchtgebiete nicht vom Hocker reißt. Zugegeben, es liest sich schnell und flüssig weg. Aber ganz so sehr beschäftigen mich Analfissuren nicht, dass ich dazu so viel erfahren möchte. Vielleicht sagt jetzt jeder, der schon mal von einer Analfissur gequält wurde, dass man dieser schmerzhaften Verletzung mindestens ein bis zwei Buchkapitel widmen sollte. Ich hatte heute Nasenbluten. Das ist wenigstens einen Beitrag im Weblog wert, oder? Ich gehe bei schönster Herbstsonne die Duisburger Kammerstraße entlang und es tropft rot aus meiner Nase.

Charlotte Roche hat wohl der Magdeburger Volksstimme erzählt, sie wolle keine Stars mehr interviewen. Man säße stundenlang in Hotellobbys rum, um auf Mr. oder Ms. Wichtig zu warten und als Belohnung gäbe es nur einige Belanglosigkeiten zur neuesten CD oder zum aktuellen Spielfilm. Ich gebe Frau Roche in dieser Sache völlig Recht, obwohl man die internationalen Stars, die mir bisher begegnet sind an einer Hand abzählen kann. Mein Fazit: um so berühmter um so höher meine Erwartungen und meine anschließende Enttäuschung über so viel Normalität. Anschließend sitzt man dann vor dem weißen Blatt Papier und soll etwas Aufregendes über das Jet-Set-Leben der Schauspieler oder Sänger schreiben.

Was mich und Charlotte Roche noch verbindet? Ihre neue Fernsehsendung startet bald. Sie hat dafür in verschiedenen Berufen gejobbt. Charlotte war bei einem Bestatter, bei einem Jäger, hat als Altenpflegerin und Lastwagenfahrerin gearbeitet. Und das Beste: Sie hat einen Tag lang mit der Duisburger Müllabfuhr unsere Tonnen geleert. Hätte ich das gewusst, ich hätte Charlotte persönlich die Mülltonne ans Müllauto gerollt, denn wie gesagt, ich habe sie lieb.

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Abenteuer Schuhkauf

Gestern habe ich im Fernsehen ein Moderatorenpaar erlebt, das eine halbe Stunde lang auf sämtlichen Klischees zum Thema Frauen und Schuhe rumkaute. Die Fernsehsendung stand ganz im Zeichen der Schuhmesse GDS, die zurzeit in Düsseldorf stattfindet. Doch stimmt es eigentlich, dass Frauen Schuhfanatikerinnen sind? Rennen wir tatsächlich in jeden Laden, um 50 Paar zu probieren und davon 20 zu kaufen? Ich gebe zu, in Männer-Schränken stehen im Durchschnitt weniger Treter. Aber das bedeutet ja nicht, dass Männer keine Schuhe mögen. Nach einer Studie von TNS Emnid aus dem Jahr 2005 lautet bei 15 Prozent der Frauen Schuhekaufen die Antwort auf die Frage nach dem Hobby. 44 Prozent der Männer werden beim Betreten eines Schuhladens nervös. Doch ich bin sicher, dass auch Männer Schuhe lieben – auf einen andere Weise als Frauen.

Nicht an der Kö in Düsseldorf, sondern in der Altstadt gibt es einen kleinen Schuhladen, in dem ich fast mit einer rituellen Andacht ein Paar Schuhe zur Kasse trug. Knöchelhohes Leder, verziert mit zwei matten Knöpfen und das ganze für 180 Euro. Das ist für meine Verhältnisse unverschämt viel Geld. Die Verkäuferin wickelte die Schuhe in rascheliges Seidenpapier, dann kamen sie in einen großen Karton. Als sie mir die Quittung in einen rosa Umschlag gepackt separat reichte, kam mir der Gedanke, dass ich wohl zu viel Geld ausgegeben hatte. Als ich mich über die Ladentheke beugte, um die Tüte in Empfang zu nehmen und ich ins Leere griff, weil die Verkäuferin damit abgehauen war, wusste ich, dass ich zu viel Geld ausgegeben hatte. Sie stakste mit meinen Schuhen in Richtung Tür, um mir dort meine Tüte in die Hand zu drücken. Ich rannte ihr voller Entrüstung hinterher und riss ihr meine neue Errungenschaft aus der Hand. Ich glaube, in diesem Augenblick erkannte jeder im Laden, dass ich keine Stammkundin war.

Warum sind Frauen so sehr von Schuhen fasziniert? Vielleicht ist es der Wandel von der Läuferin, die auf Sneakern dem Bus hinterher sprintet zum Vamp auf High Heels. Erst der Schuh macht’s möglich. Nicht nur, dass ein passender Schuh ein Outfit veredelt, sondern auch Gang und Haltung verändern sich. Marilyn Monroe wippte nur dank schwindelerregender Absätze bei jedem Schritt mit ihrem Hintern. Trippeln in Riemchensandalen verführt so manchen Mann. Anschließend liegt er seiner Angebeteten zu Füßen und somit quasi auf Augenhöhe mit ihren Tretern. Männer sind also auch Schuhen verfallen – nur nicht ihren eigenen. Das sind die Traumprinzen, die ihrem Aschenputtel den gläsernen Pantoffel hinterher tragen. Und ein kleiner Trost bleibt den Männern mit Angst vor Schuhläden: Wenn 15 Prozent der Frauen Schuhekaufen zum Hobby haben, dann gibt es 85 Prozent, bei denen das nicht der Fall ist.

Willkommen …

… zu einem weiteren supertollen WordPress-Blog.

Mein Name ist Patricia Guzman und ich lebe und arbeite am westlichen Rand des Ruhrpotts – in Duisburg. Ich habe mich bereits den Zeitungs-Kiosk rauf und runter geschrieben. Seit Jahren rede ich von meinem tollen Weblog, das allerdings bisher nur in meinem Kopf existierte. Jetzt ist es endlich so weit: Voilà – Lifestyle-Bunny.de.

Ich werde hier in nächster Zeit meine großen und kleinen Gedanken zu Mode, Lifestyle, Kunst, Accessoires, Schuhen, Unterhaltungselektronik und Shopping veröffentlichen. Ich bin keine Stammkundin bei Prada, Gucci & Co, schaue mir aber gerne an, was gerade so en Vogue ist.