Was gibt es Schöneres als andere Menschen ungeniert zu betrachten? Für Gunnar Hämmerle ist die Straße ein Catwalk auf dem er sich die Models für sein Streetstyle-Blog Styleclicker aussucht. Der Blogger spricht unterwegs Menschen mit offensichtlichem Modefimmel an und porträtiert sie und ihren Stil. Vom 25. Juli bis 8. August 2010 zeigt das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf eine Ausstellung mit 1.000 lebensgroßen Streetstyle-Fotografien von Gunnar Hämmerle.
Styleclicker City. Menschen des 21. Jahrhunderts
NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2
Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 20.00 Uhr, Freitags 11.00 bis 24.00 Uhr, Eintritt 5.80 Euro, erm. 3.80 Euro. Tipp: Freitags ab 18 Uhr zahlen alle 3.80 Euro und es gibt am selben Tag um 20 Uhr eine kostenlose Führung.
Olivier Zahm vom Purple Fashion Magazine verkündet hier bei der New York Fashion Week seine Mordgelüste gegenüber sämtlichen Modebloggern. Und beim süffisant gesäuselten „I kill them all“ könnten wir uns sogar geschmeichelt fühlen. Wer hat jemals eine so charmante Morddrohung bekommen? Nicht dass Olivier Zahm ein Messer zücken würde. „I am doing a blog to kill them all“ – das zeigt, dass er uns mit unseren eigenen Waffen schlagen wird. Ihr könnt also weiterhin nachts allein auf die Straße, falls Ihr ein Modeblog betreibt. Olivier Zahms Mordblog wird Euer virtuelles Alter Ego killen. Wir dürfen gespannt sein.
Wieder geht es um Unerreichbares und gerade das macht so viel Spaß: hippe Outfits, egal, ob bei einer Schwulenhochzeit, an der Bar oder auf dem Kamel. Sex and the City 2 bleibt seinem Ursprung treu, was Fans der Fernsehserie zu schätzen wissen. Neu ist einzig der Ort der Handlung, Abu Dhabi. Samantha hat hierhin eine PR-Reise für sich und ihre drei Freundinnen geschenkt bekommen und die Vier genießen exorbitanten Luxus. Über längere Strecken sehen Zuschauerinnen (und zwei Männer im ganzen Saal) sich daran zu satt. Solange wir selbst nicht den Fuß in feinen Sand stecken dürfen, wirkt der Film stellenweise wie ein Reisekatalog. Dass Geschichten besser in Dialogen und aussagekräftigen Bildern erzählt werden, spielt eine Nebenrolle, kommt aber später wieder besser zum Zuge.
Gute Momente
Witz gewinnt Sex and the City 2, wenn Charlotte mit Miranda bei einem Cocktail an der Bar sitzt und beide sich über die manchmal weniger mütterlichen Gefühle gegenüber ihren Kindern das Herz ausschütten. Starke Bilder gibt es gleich zu Beginn des Films, die eine rotzfreche junge Samantha mit 80er Tolle und Nietenrock zeigen. Ein Eindruck, der gegen Ende des Films visuell zitiert wird – sehr schön. Dazu sagt Carrie zu ihrer Freundin Samantha: „Du bist noch genauso, wie ich Dich kennengelernt habe“. So wünscht es sich Carrie auch für ihre Ehe. Doch Liebe ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr das, was sie zu Beginn war und Carrie ist sich nicht sicher, ob sie das gut finden soll. Leider kann der Film seine guten Momente nicht durchgehend halten und zu einem einzigen Spannungsbogen verbinden.
Tolle Outfits
Wie immer sind die vier Ladys zu jeder Gelegenheit perfekt angezogen. Sie sind, wenn auch zeitweise mit Ausnahmen, erfolgreich im Beruf, haben tolle Männer, stylish eingerichtete Wohnungen und selbst die Törtchen, die Charlotte backt, sind farblich auf Einrichtung und Mode abgestimmt. Das macht Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte zu den Kunstfiguren, die wir so lieben: unerreichbar und doch vorherbestimmt für den sozialen Vergleich.
Sicher, da ist eine Kleinigkeit wie die finanziellen Mittel, was die meisten von uns Zuschauerinnen von den vier New Yorkerinnen unterscheidet. Aber die Macher des Films wissen es, uns die Belohnung so natürlich zu präsentieren, als müssten wir Normalfrauen uns nur ein wenig mehr anstrengen, um auch so leben zu können. Dieses Geheimnis seines Erfolges hat sich Sex and the City 2 bewahrt und auf dieser Ebene funktioniert der Film tadellos. Ein wenig trauer ich New York als Handlungsort und längeren Dialogen mit mehr Witz und Tempo nach, aber insgesamt war es gestern ein netter Abend.
Foto: Screenshot aus dem Trailer zu Sex and the City 2
Den Trailer zu Sex and the City 2 gibt es unten nach dem Klick …
Scarlett Johansson macht uns Appetit auf knallrote Erdbeeren mit fluffiger Sahne obendrauf. In Schulterfrei und Obstprint präsentiert sich die Hollywood-Schauspielerin auf dem Cover des neuen V-Magazine und läutet das Wettpflücken auf den Erdbeerfeldern in meiner Umgebung ein. Ich hoffe auf ein paar Sonnentage, bevor ich mich mit Schüssel bewaffnet in die Schlacht ums rote Früchtchen begebe. Solange versüßen wir uns die Vorfreude mit Scarletts Anblick.
Intellektuelle in der Modebranche? Die könne man an einer Hand abzählen, meinen Viele. Unter den Modebloggern gibt es wenige Risikofreudige, die sich trauen, einen Blick hinter den schönen Schein zu werfen, zu hinterfragen und tiefere Dimensionen aufzuzeigen. Bisher hielten sich die Bloggerinnen von Les Mads zurück und gehörten selten zu dieser Gruppe. Da überrascht es, wenn Julia Knolle – Autorin von Les Mads – in einem Outfit-Posting zu Schuhen einen kurzen Satz fallen lässt, in dem sie die Modenschau der AMD, der Akademie Mode & Design kritisiert: „Während ich gestern mit Tessa von Flannel Apparel bei der scheusslichen nicht so schönen Modenschau der AMD saß, sah ich die Neulieferung der Schuhkollektion …“
Ungenutzte Chancen
Schade, dass hier der Kritik nur eine kleine Nebenrolle zukommt, denn mich hätte brennend interessiert, warum die Kollektion der AMD so schlecht war. Weniger stoße ich mich an Julias Urteil, mehr daran, dass sie versäumt, es zu begründen. Eine differenziertere Betrachtung der Kollektion hätte den jungen Nachwuchsdesignern und ihren Ausbildern gut getan. Vielleicht sollten wir uns als Modeblogger nicht ausschließlich in der Präsentation von neuen Schuhen, Pullis oder Röcken verlieren, sondern uns an der Entwicklung der Mode aktiver beteiligen. Deswegen würde ich mir mehr subjektive Urteile auf Modeblogs wünschen.
Kritik müsste sachlich formuliert werden, besonders bei einem Thema, das so sehr von persönlichen Vorlieben geprägt ist. Genau hier könnte die Stärke der Modeblogs liegen. Julia hat in ihrem Posting einen ersten Schritt gewagt, ohne sich womöglich des Risikos bewusst zu sein. Auch, wenn ich die Art und Weise für verbesserungswürdig halte, war dieser kleine Satz doch der Start einer spannenden Diskussion.
Ich hatte schon in einem anderen Posting auf das Projekt Exactitudes hingewiesen. Die Künstler Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek aus dem niederländischen Rotterdam fotografieren seit 14 Jahren Menschen, die sich bis auf Details fast identisch kleiden. Da sind die Fußballfans, Jungs von vielleicht elf oder zwölf Jahren, die das Trikot ihres Lieblingsvereins tragen. Oder die „Early Birds“, Herren, die guten Wein und Urlaub in der Toskana lieben und das im lockeren Casual-Friday-Look ausdrücken. Damen mit gesellschaftlichen und sozialen Verpflichtungen in Kostüm mit Perlohrringen. Und Ihr? Habt Ihr schon Euch wiederentdeckt?
Ich bin Patricia Guzman. Seit 2008 blogge ich und hab mich bereits davor den Kiosk rauf und runter geschrieben. Lifestyle Bunny ist mein privates Blog über Mode, Lifestyle-Kultur und Einrichtung. Ich liebe schöne Dinge, die ich aber nicht unbedingt selbst besitzen muss. Ich bin keine Shopping-Queen, sondern finde das bewusstem Erleben von Design spannend und hoffe, Euch dafür begeistern zu können. Herzlich Willkommen.