Marge Simpson lässt für die November-Ausgabe des US-Playboy die Hüllen fallen und zeigt viel gelbe Haut. Sehr mutig von der blauhaarigen Schönheit, denn sie ist bereits seit 20 Jahren 36. Das macht allen Frauen Mut, die schon ähnlich lange 36 Jahre alt sind. Marge Simpson war in der Vergangenheit stilbildend. Sie gehörte zu den ersten Stars, die sich nach einer Brustvergrößerung später dazu entschieden, die Implantate wieder entfernen zu lassen. Das Schlauchkleid verdankt ihr seine Popularität. Was der Nachwuchs der Mutter dreier Kinder dazu sagt, ist noch nicht bekannt. Mit Sicherheit werden sie stolz auf ihre Mutter sein – wenn auch mit einem kleinen Stirnrunzeln bei Lisa zu rechnen ist.
Als ich gestern Morgen nach dem Duschen meine Normalmaße abtrocknete, verkündeten sie im Radio, dass die Zeitschrift Brigitte in Zukunft auf professionelle Models verzichten möchte. Ab Januar 2010 zeigen sie die Normalfrau in sämtlichen Fotostrecken zu Mode, Beauty und Lifestyle. „Weil Kleidung heute keine Frage von Trends, sondern von Persönlichkeit ist,“ schreibt die Brigitte-Redaktion dazu auf der Website. Damit könnten die Macher eine Idee fortsetzen, die der Kosmetikhersteller Dove bereits vor einigen Jahren in der Werbung umsetzte. Doch was verbirgt sich dahinter? Das Bekenntnis zum Normalgewicht oder eher ein Kokettieren mit Andersartigkeit? Ähnlich wie Dove wird wohl auch Brigitte keinen neuen Trend auslösen. Die Kunden lieben das Manieristische oder Überhöhte an Werbefotos. Sie schauen sich Modestrecken an, gerade weil die Frauen darauf nicht so aussehen, wie sie selbst oder die Nachbarin.
Passt zu Brigitte
Aber der Trend zur Normalfrau passt zur Bodenständigkeit der Zeitschrift Brigitte und könnte dazu führen, dass wir wieder einen Blick fürs Normale erlernen. Denn wer sich viel mit Mode beschäftigt, verliert schnell den Bezug zu gängigen Maßen. Stöckchenbeine wirken plötzlich selbstverständlicher als rundere Oberschenkel. Wir Normalleserinnen lieben es, Frauen anzuschauen, die uns ähnlich sind. Auch, wenn es mit Sicherheit sehr schöne Normalfrauen seien werden, die für die Modestrecken posieren, funktioniert mit ihnen der soziale Vergleich besser als mit dem professionellen Model.
Video via Les Mads, wo Ihr auch eine Diskussion zum Thema finden werdet.
Sogar das Hündchen greift zu Gooshers, wenn der nette Guru, der den Kinderkreis moderiert, in sanften Tönen davon flötet. In den Weiten des Netz‘ tauchte dieses merkwürdige Video auf. Wer die psychodelische Wirkung der Bonbons namens Gooshers oder Gushers testen möchte, muss in die USA reisen, denn es handelt sich um Werbung für den dortigen Markt. Mit deutschen Tugenden werden hier ausnahmsweise nicht die Perfektion von Autos oder die Reinheit von Waschmitteln angepriesen. Hausbackene Fernsehformate müssen herhalten. Wobei das echte deutsche Kinderprogramm besser ist, als der Ausdruckstanz der Damen und Herren in körperbetonter Kleidung es vermuten lässt. Vorsicht, die Bilder waschen das Gehirn. Ich muss Gooshers lutschen …
Duisburgs Straßen waren im Mittelalter selten gepflastert, wenn überhaupt gab es einige Holzstege zum Laufen. Darauf türmten sich Unrat, Schlamm und Exkremente, denn weder Abwasserkanäle noch die Duisburger Müllabfuhr sorgten für Sauberkeit. Wer damals seine feinen Schuhe schonen wollte, zog deswegen Überschuhe an, sogenannte Trippen. Das waren Holzschuhe mit Lederriemen, die man über die sehr empfindlichen Schuhe zog. Die Sohle war etwas dicker und bestand meist, wie hier zu sehen ist, aus einem höheren Absatz und einem weiteren Keil auf Höhe des Fußballens. So konnten weder Schmutz noch Kälte an die Füße kommen.
Mittelalterliche Schuhe waren meist aus Stoff gefertigt und verfügten über eine dünne Ledersohle. Das machte das Tragen von Trippen nötig. Diese hier sind im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum ausgestellt. Als man sie fand, hatten sich die Lederriemen längst zersetzt, aber die alte Holzsohle ist gut erkennbar. Am Sonntag war ich im Museum und habe dieses Foto geschossen, bevor ich ins Wahllokal rannte und dort meine Kreuze gemacht habe.
Diese filmische Perle zeigt, wie sich Designer im US-Amerika des Jahres 1930 die Mode der Zukunft vorstellten. Genauer gesagt, geht es um die Mode des Jahres 2000. Die Damen lächeln uns aus Planeten-Schmuck entgegen. Hightech macht die Anpassung an jede Umgebung möglich, egal, ob auf der Erde oder dem Saturn. Weniger der Look unterscheidet sich von unserem heutigen, sondern eher die Vorstellung von Gesellschaft und Zusammenleben von Mann und Frau. Während den Damen eine elektrische Leuchte am Kopf bei der Suche nach dem Parnter fürs Leben helfen soll, hat der Mann reichlich Taschen fürs Kleingeld oder die Schlüssel. Ein besonderes Highlight: Er verfügt über ein eingebautes Radio und Telefon. Der Hörer des Pendants zu unserem Handy und MP3-Player hängt lässig an seiner Jacke. Frauen benötigen anscheinend kein Telefon.
In den meisten Kleidern des Jugendstils konnten Frauen ausschließlich mit Contenance ein Tässchen Tee auf der Sofakante genießen, nicht aber die Welt erobern. Wer als Dame der Oberschicht das Geld dafür hatte, trug reichlich Rüschen, Volants und Korsett. Coco Chanel holte die überhöhte Frau mit kürzeren Röcken und praktischeren Schnitten zurück auf die Erde. Die junge Modeschöpferin erkannte, dass weniger Schmuck kein Verlust der Eleganz bedeutete. Chanelkostüm oder Hosenanzug, gesteppte Handtasche und lange Kunstperlenschnüre wurden die Insignien der freien Frau der 20er Jahre. Ab 1921 rochen Frauen nicht mehr nach Blümchen, sondern dank Chanel №5 endlich erwachsener. Weiter mit Fotos und Text geht es unten nach dem Klick …
Ich bin Patricia Guzman. Seit 2008 blogge ich und hab mich bereits davor den Kiosk rauf und runter geschrieben. Lifestyle Bunny ist mein privates Blog über Mode, Lifestyle-Kultur und Einrichtung. Ich liebe schöne Dinge, die ich aber nicht unbedingt selbst besitzen muss. Ich bin keine Shopping-Queen, sondern finde das bewusstem Erleben von Design spannend und hoffe, Euch dafür begeistern zu können. Herzlich Willkommen.