von Patricia | Mittwoch, 11. September 2013 | Link-Tipp

Dokumentation über Karl Lagerfeld
„Man darf nicht vergessen, wir machen ein Produkt, was keiner braucht. Man kann ohne es leben. Man muss es aber hinbekommen, dass sich die Leute trotzdem dafür ruinieren“, sagt Karl Lagerfeld über Mode. Und kaum einer bekommt es so gut hin wie er. Intellektuelle in der Modebranche könne man an einer Hand abzählen, meinen selbst Insider. Wahrscheinlich ist der Schnellsprecher Karl Lagerfeld einer der wenigen von ihnen. Der Modeschöpfer, der jede Höflichkeitsfloskel weit hinter sich gelassen hat, feierte wahrscheinlich in den vergangenen Tagen einen runden Geburtstag – nur welchen behält der Designer für sich – vermutlich ist es sein 80. Lebensjahr. Vox zeigte aus diesem Anlass die Dokumentation „Karl Lagerfeld – Mode als Religion“. Falls Ihr es verpasst habt, die Sendung zu sehen, bekommt Ihr eine zweite Chance im Web. Hier gibt es die gesamte Doku in mehreren Teilen.
Auf der Website bei Vox steht zum Thema „Mode als Religion“: „In der vierstündigen Dokumentation wird deutlich, dass die Mechanismen der Modewelt um Modepapst Karl Lagerfeld ganz ähnlich funktionieren, wie die der großen Weltreligionen. Denn auch in der Mode geht es um kraftvolle Symbole, eine eingeschworene Gemeinschaft, Visionen und Geheimnisse, wiederkehrende Rituale, Mythen, Glauben oder eine „entrückte Welt“.“ Dem stimme ich persönlich nicht zu. Kleidung symbolisiert die Persönlichkeit ihres Trägers, weist aber nie auf eine Zukunft der Seele ohne Körper hin. Während Religion ein Dasein im Paradies ganz ohne Kleidung verspricht, setzt sich Mode fast nie mit Vergänglichkeit auseinander. Sie predigt den ewig jugendlichen Körper und Genuss des Hier und Jetzt. Wer Gemeinsamkeiten von Religion und Mode sucht, wird schnell entdecken, dass beider Welten von ähnlich vielen Engeln und Teufeln bewohnt werden. Das dürfte eine der wenigen großen Gemeinsamkeiten sein. Ich wünsche Euch viel Spaß.
von Patricia | Dienstag, 10. September 2013 | Wohnen und Einrichten

Möbel und Wohnaccessoires von MYK
Bisher kannte ich Bommel nur von Kinderkleidung oder Katzenspielzeug. Leider bin ich weder Kind noch Katze und gehöre damit nicht zur Zielgruppe – dachte ich. Myra Klose erschließt für uns große Zweibeiner neue Möglichkeiten. Mit bis zu 1300 Stück der bunten oder einfarbigen Bällchen und 45 Kilogramm Wolle dekoriert sie Stühle, Teppiche oder Sitzpoufs. Jedes Teil entsteht in Handarbeit. Wer vielleicht in der Schule wie ich eine Bommelfigur gebaut hat, wird sich ein wenig in die filigrane Fingerarbeit einfühlen können. Myras Objekte überzeugen speziell durch ihre Üppigkeit. Hier findet Ihr meine Favoriten unter den Bommel-Möbeln. Weitere kreative Designs wie Teppiche oder Textil-Skulpturen findet Ihr hier auf der Website von MYK Berlin.

Besonders diese Bommel-Poufs als Sitzgelegenheit für kleine und große Piepmätze begeistern mich.

Auch beim Stuhl machen sich die vielen Wollbällchen sehr gut. So wird aus einer alltäglichen Form etwas völlig ungewohntes.
Fotos: MYK Berlin
von Patricia | Montag, 2. September 2013 | Lifestyle & Kultur
Camouflage-Hosen und der Syrien-Konflikt
In ihrer S.P.O.N.-Kolumne bei Spiegel-Online schreibt Silke Burmester über die neue Benetton-Kinderkollektion im Camouflage-Style. Modemacher bezeichnet die Autorin als Seismografen der Gesellschaft. Silke Burmester hat recht, wenn sie sagt, das, was uns politisch und sozial beschäftigt, spiegle sich in der Art unserer Kleidung wider. Allerdings hat sie einen Zusammenhang gesehen, der nach meiner Meinung nicht so ausgeprägt ist. DieKolumnistin sieht den Syrien-Konflikt als Inspirationsquelle für Military-Hosen im Zwergenformat. Der Style hat seine Vorbilder im Militär, das stimmt. Die Verherrlichung der Armee ist so alt wie der Krieg selbst. Im Kopf habe ich Schwarzweiß-Aufnahmen von Kindern, die vor dem Ersten Weltkrieg mit Holzgewehr posierten. Doch wird hier die Schlacht selbst verherrlicht? Ich glaube, dass eher unbewusst der Lifestyle des abenteuerlustigen Kämpfers imitiert wird, der sauber und siegreich aus seiner Schlacht zurückkehrt ohne je einen Schuss abgegeben zu haben. Mit Camouflage-Hosen werden sich die Kleinen wie eine neue Version des Mini-Rambos fühlen. Die sterbenden Kinder im Syrienkonflikt trugen keine Uniformen. Auf den Fotos waren Kitty-Shirts und Turnschuhe zu sehen – wie sie die Kinder hierzulande auf dem Spielplatz tragen. Dieser Umstand hat mich sehr berührt. Es sind nicht die Kleinkinder-Camouflage-Hosen, die mich an Syrien denken lassen. Wahrnehmung hat mit individueller Vorerfahrung zu tun. Und es soll tatsächlich noch Menschen geben, an denen das Weltgeschehen vorbei zieht, ohne sie zu tangieren. Für sie ist Camouflage vielleicht nur ein hübsches Muster für Kinderhosen. Mehr nicht.
von Patricia | Freitag, 30. August 2013 | Kleinigkeiten, Persönlich
Das neue Yps ist da



Das neue Yps-Heft lag endlich in meinem Briefkasten. Meine überschäumende Freude wurde vom Nachwuchs ein wenig in ihre Schranken verwiesen. Nicht nur die Redaktion des Yps-Heftes hat gemerkt, dass wir erwachsen geworden sind und hat die Inhalte modifiziert. Auch meine Tochter meldet ihre Ansprüche an. Schließlich ist Spielzeug für sie da. Immerhin habe ich noch ein paar Fotos schießen können, bevor sich meine Tochter das Ei-Brett gegriffen hat. Es leistet jetzt seine Dienste als Unterlage für ihre Knete. Die Uhr von Steve Mc Queen zum Selberbasteln habe ich in Sicherheit gebracht. Heute Abend stelle ich mich der Herausforderung und werde sie zusammenkleben.
Fotos: Patricia Guzman / Lifestyle Bunny
von Patricia | Donnerstag, 29. August 2013 | Mode
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Meine Papierflieger waren fast immer fluguntauglich. Zu weiteren Faltkünsten habe ich es nie gebracht und staune deshalb besonders über die Entwürfe von Bea Szenfeld. Sie lässt Tiere, Pflanzen oder abstrakte Gebilde, die entfernt an Eierkartons erinnern, entstehen. Alles ist ganz in weiß gehalten und zugegeben – nicht unbedingt alltagstauglich. Was aus den Entwürfen der Designerin entsteht und wo sie vielleicht ihre Inspiration herholt, könnt Ihr bei einem Blick in ihren Blog erfahren. Diese Papier-Mode hier zeigte Bea Szenfeld auf der Fashion Week in Stockholm.

Atomkonstellationen oder Eierkartons? Das bleibt wohl der Phantasie des Betrachters überlassen.

Papierbär mit erhöhtem Knuddelfaktor

Ein wunderbarer Elefant oder doch eher ein behaartes Mammut?
Fotos: Mercedes Benz Fashion Week Stockholm, im August 2013, Bea Szenfeld, photos by Kristian Löveborg