von Patricia | Mittwoch, 11. August 2010 | Accessoires

Jeremy May zaubert aus Geschichten Schmuckstücke. Genauer gesagt schneidet er Ringe und Anhänger aus Buchseiten heraus, bemalt sie teilweise und versiegelt die Oberflächen. Goethe oder Dan Brown sind dann zwar nicht unbedingt mehr lesbar, aber als Accessoire machen sich Bücher ebenfalls gut. Literatur am Finger beeindruckt andere mindestens so stark, wie der gut gefüllte heimische Bücherschrank und bildet damit die perfekte Verbindung zwischen Mode und Intellekt. Hier findet Ihr Jeremys Schmuckkollektion.



Fotos: Jeremy May, Littlefly
von Patricia | Montag, 9. August 2010 | Accessoires

Ich hippe Nudel habe das ganze Wochenende jammernd auf dem Sofa verbracht. Ein dröhnender Brummschädel hatte mich an diesen Ort getrieben. Es war übrigens weder eine exklusive Party, die mir zu Kopfschmerzen verholfen hätte, noch der Jetlag vom spontanen Shoppingtrip nach New York. Schuld ist nur das Duisburger Wetter. Als es noch sonniger war, habe ich per Teleobjektiv dieses Foto geschossen. Ich mag Libellen als Haarspangen. Diese hier sieht so aus, als wäre sie für eine kurze Verschnaufpause mal eben auf dem blonden Haarschopf gelandet und würde sich jeden Moment wieder auf in den Duisburger Himmel machen.
Foto: Patricia Guzman / Lifestyle Bunny
von Patricia | Donnerstag, 5. August 2010 | Lifestyle & Kultur

Was verändert sich und was bleibt gleich?
Unter der Überschrift „Menschen des 21. Jahrhunderts“ zeigt Blogger Gunnar Hämmerle Streetstylefotografie im Düsseldorfer NRW Forum und zitiert damit den Fotografen August Sander (1876 bis 1964). Seine in den 1920er Jahren entstandene Bilderserie trug den ähnlichen Titel „Menschen des 20. Jahrhunderts“, ihr ist eine Ausstellung im Luxemburger Centre National de l’Audiovisuel gewidmet. Auf den ersten Blick sind die Bilder der Fotografen verschieden. Dass fast zeitgleich beiden Ausstellungen gewidmet sind, ist der Grund, mich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen Sanders Sachlichkeit und moderner Modeblogfotografie zu machen.
Darstellung des Alltäglichen der 1920er
August Sander war in den 1920ern der Mitbegründer einer neuen Stilrichtung, der sachlichen Darstellung, genannt „Neue Sachlichkeit“. Hatten sich bis dahin oft wohlhabende Leute im Studio in aufwendiger Robe porträtieren lassen, war auf Sanders Bildern ein Querschnitt der Bevölkerung zu sehen: modebewusste Frauen, Arbeiter beim Schleppen von Ziegeln oder blinde Kinder, auf einer Parkbank beim Lernen. Der Fotograf zeigte Menschen in ihrer typischen Kleidung und in ihrer alltäglichen Umgebung. Dabei verzichtete Sander nicht völlig auf Inszenierung blieb aber in seiner Darstellung neutral und ließ seinen Modellen viel Raum für individuelle Eigenwilligkeit.

Jagd auf modische Marotten
Gerade Letzteres zieht Streetstyleblogger besonders an. Sie sind auf der Suche nach Außergewöhnlichem. Gunnar Hämmerle spricht auf der Straße auffällig gekleidete Menschen an, um sie für seinen Blog Styleclicker zu fotografieren. Seine Porträts legen den Wunsch der Dargestellten offen, keiner Bevölkerungsgruppe zuordenbar zu sein. Große Gemeinsamkeit moderner Streetstyleblogger und August Sanders ist der Ort der Inszenierung, die Straße. Hier verlassen sich Gunnar Hämmerle und seine Kollegen auf den Zufall, der ihnen spannende Motive verschafft oder auch nicht. Im Gegensatz dazu ging Sander bei seiner Arbeit methodisch vor. Fast mutet die Auswahl seiner Modelle an wie die Arbeit eines Statistikers, weil er seine Mitmenschen in Berufs- und Bevölkerungsgruppen einteilte und daraus exemplarisch Beispiele zeigte. Anspruch Sanders war, zu dokumentieren und nicht zu werten, was sich auch in der stilistischen Umsetzung seiner Bilder zeigte.
Sachlichkeit bei der Begegnung mit anderen
Mit derselben Wertfreiheit blicken Streetstyleblogger auf modische Marotten ihrer Porträtierten. Oft mit der Gefahr, sich lächerlich zu machen, zeigen die Modelle erstaunliche Experimentierfreude. Vielleicht hätten wir hinter dem Rücken des jungen Mannes über seine Legokette gelacht, ein dokumentarisches Foto schafft Distanz und lässt uns neutraler und offener ihm gegenübertreten. In diesem Sinne greift moderne Streetstylefotografie die „Neue Sachlichkeit“ von August Sander und seinen Zeitgenossen auf und setzt sie fort. Genauso wie Sander, rückt Gunnar Hämmerle Menschen in den Fokus, zu denen wir vielleicht keinen Kontakt gesucht hätten, und weist uns auf ihre Besonderheit hin.
Ausstellungen
Wer beide Ausstellungen besuchen möchte, sollte reiselustig sein:
August Sander – Ikonen aus dem Porträtwerk
29. Juni bis 26. September 2010 im Centre National de l’Audiovisuel in Luxemburg
Styleklicker City – Menschen des 21. Jahrhunderts
25. Juli bis nur noch 8. August 2010 im NRW Forum in Düsseldorf
Fotos: Oben – Zirkusartistin, 1926–1932 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2010. Unten – Lego Designs part II – London, Westminster University, 26. März 2009, Styleclicker City © Gunnar Hämmerle
von Patricia | Dienstag, 3. August 2010 | Mode


Verkleidung und Spiel
Diese Damen sind ähnlich dekoriert wie die Törtchen, an denen sie gerade knabbern. Gerade das völlig Alltagsuntaugliche versieht die knallbunten Korsetts mit einem kleinen Augenzwinkern. Deswegen ist Maya Hansens Handwerkskunst schon länger in Gothic-Kreisen gefragt. Mittlerweile staffiert die Modedesignerin aus Madrid auch Havey-Metal-Bands aus. Das Korsett zwang früher so manchen Frauenkörper in festgelegte Bahnen. Erst in den 1920er Jahren entledigten sich emanzipierte Frauen mit Einführung des BHs vom Korsett, seitdem ist es weitgehend aus den Kleiderschränken verbannt. Wer heute eines der knallbunten Korsetts von Maya Hansen trägt, gibt damit nicht mehr sein Wahlrecht auf. Es ist mehr ein rückblickender Seufzer und ein knallbuntes Verwandlungsspiel, die hierbei den Reiz ausmachen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann gleich einen persönlichen Termin mit Maya ausmachen und sich am besten ein Korsett auf den Leib schneidern lassen.
Fotos: Marcelo Aquilio / Maya Hansen
Idee via Minds Delight
von Patricia | Sonntag, 1. August 2010 | Kleinigkeiten

Kleinigkeiten, die die Welt nicht braucht
Diese Drops hat mir meine Schwester aus Hollywood mitgebracht. In vielen amerikanischen Geschäften kann man zum Shop die passenden Mints käuflich erwerben oder bekommt sie geschenkt. Diese hier haben Kussmundform, wer will, kann sich aber auch wahlweise durch kreisrunde Klassiker oder Bonbons in Entenform lutschen. Die Enten gab es bei einem Badausstatter. In diesem Zusammenhang frage ich mich, in welchem Geschäft wohl meine Schwester die Kussmünder gekauft haben könnte. Victoria Secret? Allen Formen gemein ist die oft merkwürdige Geschmacksrichtung wie in diesem Fall scharfer Zimt. Äh, scharf?
Foto: Patricia Guzman / Lifestyle Bunny