Das Thema Modeblogs erlebte auf der re:publica 2010 eine kleine Premiere. Bisher waren auf dem Berliner Bloggertreffen mehr technikaffine Weblogs oder zu Web 2.0-Themen die Blogblogs wie ich sie nenne vertreten. Unter der Headline „Wenn Prada Pakete schickt“ trafen sich Mary Scherpe von Stil in Berlin, Mahret Kupka von F&Art, Julia Knolle von Les Mads und Tilmann Prüfer von Der Zeit. Sie diskutierten über Fragen wie lassen sich Modeblogger von Unternehmen mit Geschenken kaufen? Manch fleißiger Modeblogger mag jetzt traurig darüber sein, weil Prada bei ihm oder ihr nicht täglich den Briefkasten mit feinen Geschenken füllt. Doch ein Trost ist, dass meist auch die Postfächer der Diskussionsteilnehmer des re:publica Panels leer bleiben. Womöglich stehen wir erst am Beginn der Entwicklung. Denn es zeichnet sich meiner Meinung nach bereits ab, dass bekannte Blogger sehr überzeugend als Testimonials agieren könnten. Ihre Produkttipps wirken authentischer als viele teure Werbespots. Aber noch haben Unternehmen nicht das Werbepotenzial von Blogs entdeckt. Das könnte unter anderem daran liegen, dass nur sehr wenige der Blogs große Lesermassen anziehen. Weswegen wir wohl noch darauf warten müssen, mit Bloggen reich und berühmt zu werden. Hier ist unten nach dem Klick der Videomitschnitt des Modeblog-Panels der re:publica …
Lässt sich Akustisches mit Visuellem verbinden und kann Mode zu Stoff gewordene Musik sein? Jayne Pierson ist eine Wandlerin zwischen den Welten, denn sie war bereits als Musikerin erfolgreich als sie ihre zweite Karriere als Modedesignerin gestartet hat. Mich erinnert ihre Kollektion ans Gebaren exzentrischer Opernstars. Ein bisschen der Welt entrückt wirkt das Model in ihren barockigen Roben. Weitere Bilder der Mode von Jayne Pierson gibt es unten nach dem Klick …
Die Herren, die hier die Frühjahrs- und Sommermode 2010 von Katie Eary präsentieren, erinnern mich an Entdecker aus einer besonders liebevoll ausgestatteten Jules-Vernes-Verfilmung. Falls Ihr ein Mann seid und es Euch auch in 80 Tagen rund um die Welt zieht oder Ihr 20.000 Meilen auf den Meeresgrund abtauchen wollt, solltet Ihr Euch unbedingt mit einer dieser schicken Brillen ausstatten. Solche Looks machen sich wahlweise auf dem Mond oder am Mittelpunkt der Erde gut und bevor ich mich durch 62 Jules-Verne-Romane und -Erzählungen durchtexte, malt Euch selbst aus, wo Ihr diese Mode tragen wollt. Ganz sicher werdet Ihr Euch nicht in Eurem kleinen Heimatdorf so vor die Tür wagen, oder doch?
Faszinierend: sieht ein wenig nach Röntgenaufnahme aus. Mode, die das Innere quasi nach außen kehrt.
Mary Scherpe verblüfft jetzt auch über ein weiteres Medium. Sie hat die Herbst- und Winterkollektion 2010 von Vladimir Karaleev in bewegten Bildern festgehalten. Stundenlang könnte ich dem Model beim Blinzeln in die Sonne zusehen. Bekannt geworden ist Mary Scherpe durch ihre Streetstylefotografie auf Stil in Berlin. Von dort aus erobert sie zurzeit weitere Disziplinen, wie hier zu sehen ist. Weitere Fotos zur Mode von Vladimir Karaleev dürft Ihr bei Mary bewundern.
Kleidung kann Revolutionen auslösen, doch laut Kasem Sedighi vermögen tiefe Ausschnitte und kurze Röcke noch viel mehr: Sie bewirken Erdbeben, wie der muslimische Geistliche in einer Teheraner Moschee erklärt hat. Er machte unzüchtig gekleidete Frauen als Ursache für die Naturkatastrophen aus. Weswegen sich also Frauen rund um den Globus verhüllen sollen. Weder möchte ich zum Tschador greifen noch zu solchen Maßnahmen wie Bloggerin Jen McCreight sie vorschlägt.
In einem Posting rief sie den Boobquake Day am heutigen 26. April 2010 aus und forderte Frauen auf, Oberteile mit tiefem Ausschnitt zu tragen. Sollte kein Erdbeben die Folge sein, wäre die These des muslimischen Geistlichen widerlegt. Ich vermute, wir würden uns mit tiefem Dekolté, wie Spiegel-Online es richtig bemerkt hat, auf eine ähnliche Ebene begeben, auf der Sedighi argumentiert. Einen Nachweis erbringen, indem frau ihre Cs oder Doppel-Ds in die Kamera streckt? Wirklich schlauer als den muslimischen Geistlichen lässt es uns Frauen nicht aussehen. Da verweise ich lieber auf die Tücken der Plattentektonik, also auf die Wissenschaften.
Linktipps zum Thema Boobquake Day:
Aufruf zum Boobquake Day von Jen McCreight auf ihrem Blog Blag Hag.
Ich bin Patricia Guzman. Seit 2008 blogge ich und hab mich bereits davor den Kiosk rauf und runter geschrieben. Lifestyle Bunny ist mein privates Blog über Mode, Lifestyle-Kultur und Einrichtung. Ich liebe schöne Dinge, die ich aber nicht unbedingt selbst besitzen muss. Ich bin keine Shopping-Queen, sondern finde das bewusstem Erleben von Design spannend und hoffe, Euch dafür begeistern zu können. Herzlich Willkommen.