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Ellens Fräulein

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Etwa 20 Jahre ist es her, als Ellen von Unwerth das Posieren vor der Linse gegen den Blick durch den Sucher tauschte. Aus dem deutschen Topmodel wurde eine Fotografin mit Vorliebe zur Inszenierung. Die Künstlerin nennt Helmut Newton als Vorbild. Trotzdem lassen sich große Unterschiede zu ihm auf ihren Fotos entdecken. Ellen von Unwerths Fräulein posieren weniger für den Betrachter, sondern scheinen sich selbst zu genügen. Männer nehmen als Randnotiz teil und dürfen mit gewissem Abstand einen Blick auf das Geschehen riskieren. Frau setzt sich selbst in den verschiedensten Rollen in Szene. Ellen von Unwerth schießt ihre Bilder, als hätte sie nur zufällig das geheime Spiel dieser Damen mit ihrer Kamera entdeckt. Beim Taschen-Verlag erscheint jetzt Ellen von Unwerths Fotoband Fräulein in kleiner Auflage für je 500 Euro. Damit Leute mit kleinerem Bücher-Budget nicht völlig leer ausgehen, gibt es alle Fotos hier im Web. (Rechte Spalte oben, auf Leaf through klicken.)

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Foto: Ellen von Unwerth / Taschenverlag / unten Buchcover Fräulein

Monica Försters Glow in the Dark

Leuchtende_Klobrille

Ich versuche gerade, keine albernen Witze über Erhöhung der Treffsicherheit zu machen. Das hier ist Glow in the Dark, eine leuchtende Klobrille. Die schwedische Designerin Monica Förster hat das praktische Accessoire fürs Badezimmer entworfen. Wer den nächtlichen Toilettengang kennt, wird wissen, um wie viel angenehmer es ist, nicht das grelle Badezimmerlicht einschalten zu müssen. Mithilfe des luminiszierenden Polyethylen hat man das Ziel sicher vor Augen. Die Toilettenbrille leuchtet im Dunkeln angenehm gelb. Bei dem Anblick ist das Weiterträumen kein Problem. Wer möchte, kann dazu die leuchtenden Wasserhähne von Banana Factory kombinieren.

Ausstellung Kleid im Kontext in Winterthur

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Bis 2. Mai 2010 zeigt das Gewerbemuseum im schweizerischen Winterthur die Ausstellung Kleid im Kontext. 30 Modedesigner aus der Schweiz haben Mode entworfen, die mehr als nur Hülle sein will. Wo Intellektuelle oft von der Oberflächlichkeit der Mode sprechen und an shoppingsüchtige Grazien im Plastiklook denken, steckt mehr dahinter. Die Entscheidung zwischen rotem oder schwarzem Kleid kann Statement sein oder provozieren. Wer Lack-Leder-Kombination oder Dirndl trägt, lässt andere in Sekunden wissen, wer er ist und was er will. Wir zeigen unsere Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen oder Schichten, indem wir uns entsprechend kleiden, oder grenzen uns von anderen ab, wenn wir under- oder overdressed sind. Es gibt viel hinter Mode zu entdecken. Leider ist Winterthur zu weit für mich. Die Ausstellung scheint einen schönen Einblick in die Modeszene der Schweiz zu geben. Unter anderem gibt es auch Ausstellungsstücke von Van Bery zu sehen.

Foto: Michael Lio / Kleid im Kontext

Unten nach dem Klick gibt es einen Fernsehbeitrag über die Ausstellung Kleid im Kontext von SF1 …

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Bühne frei für den Pott

Eroeffnung_Weltkulturhauptstadt_Zollverein

Am 9. und 10. Januar 2010 haben wir hier im Ruhrgebiet die Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres gefeiert. Samstag und Sonntag habe ich auf Zollverein gefroren und gestaunt. Eine Open-Air-Veranstaltung im Schnee macht Riesenspaß. Glühwein und spektakuläre Lichtinstallationen sorgten fürs Ambiente. Ich merke gerade beim Tippen, wie meine Finger langsam auftauen. Ich freue mich auf ein Jahr mit lauter kleinen und großen Events, Ausstellungen und Aufführungen. Weitere Bilder vom Kulturspektakel auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen gibt es auf Kultur Bunny.

brand eins mit Schwerpunkt Selber machen

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Die Zeitschrift brand eins widmet ihr Januar-Heft 2010 dem Thema Selber machen – Scherpunkt Selbstständigkeit. Gleich auf dem Titelbild ist ein Protagonist aus dem Bereich Mode zu sehen. Es handelt sich um Andras Laube, der sein Label Capone in Untersuchungshaft gegründet hat. Mittlerweile kämpft er mit seinen Mitstreitern seit zehn Jahren für seine Idee. Andras entwirft Streetwear – sozusagen ein Label, das seinen Ursprung als Underdog für Underdogs hat. Das macht Capone authentisch und die Mode kommt gut bei der Zielgruppe an. Dass eine kreative Idee allein nicht ausreicht, bekamen die jungen Gründer frühzeitig zu spüren. Der Artikel von Andreas Molitor schildert spannend vom Wechselbad der Gefühle zwischen Erfolg beim Kunden und Skepsis bei den Geldgebern. Wer das Januar-Heft der brand eins am Kiosk verpasst, kann ab Februar den kompletten Artikel online lesen. Wie immer ist zu erwarten, dass brand eins später dieses Heft komplett ins Netz-Archiv stellt.

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Foto: Cover brand eins, Januar 2010, Coverfoto von Heji Shin