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Duisburg im Schnee

[singlepic=109,320,240,,]Wie es heute bereits auf dem Blog Alter Falter zu lesen war: Duisburg hat immer noch Schnee. Und zwar dort, wo er nach drei Tagen in anderen Städten sicherlich nicht mehr liegen würde – auf den Fahrbahnen. Eigentlich habe ich keine Straße entdecken können, die geräumt war. In unserer Straße kam immerhin ein Streufahrzeug vorbei und ein klitzkleines Auto mit Schaufel von der Stadtreinigung, das den Fahrradweg wieder passierbar machte. Ansonsten mussten sich die Autofahrer und Fußgänger selbst die Pfade frei walzen. In der Innenstadt führte dies dazu, dass vor den Geschäften ein schmieriger Brei aus Schneematsch auf Eis liegt. Als ich gestern aus dem Bus stieg, hörte ich wie jemand davon sprach, dass sich zahlreiche Leute bereits hingelegt hätten. Die Stadt Duisburg ging das Problem auf pragmatische Art und Weise an: anstelle den Schmierfilm zu beseitigen, postierten sie in der Innenstadt mehrere Krankenwagen. Da kann keiner sagen, sie kümmern sich nicht um ihre Bürger. Immerhin wird man von der Straße wieder aufgehoben.

Schön gefeiert?

Ja, selbstverständlich habe ich schön gefeiert. Meine Schwester hatte Karten fürs Riff in Bochum besorgt. Erst haben wir in einem indischen Restaurant gut und reichlich gegessen, um dann vier Stunden zum Rhythmus der Hits von Vorgestern durchs Riff zu hüpfen. Ab einem gewissen Alter ist eh alles vorbei. Da steht Frau nicht mehr vor der Sylvesterparty stundenlang vor dem Spiegel und probiert zwanzig verschiedene Looks aus. Und ich habe es bereits vor Jahren aufgegeben, irgendwen mit meinem Tanzstil beeindrucken zu wollen. Wenn ich mit großen Bunny-Sätzen zu Time of my Life die Tanzfläche überhüpfe schaut eh jeder hin – sicher nicht, weil ich so wunderbar tanze wie Johnny und Baby in Dirty Dancing. Aber ich hatte Spaß. Irgendjemand hievte seine Freundin über unsere Köpfe – ein Filmzitat der etwas anderen Art. Was 2009 bringen wird? Ich hoffe, reichlich Gutes. Wer das Neue Jahr mit einem herzhaften Lachen beginnen möchte, sollte einen Blick auf den Kackblog werfen. Ich wünsche Euch allen ein glückliches Neues Jahr.

Run auf Bush-Schuhe

[singlepic=96,320,240,,]Kaum war der Schuh geworfen, schon begann die Marketing-Maschine zu laufen. Nachdem in der vorvergangenen Woche der irakische Journalist Al-Zaidi bei einer Pressekonferenz in Bagdad nach US-Präsident Bush mit seinen Schuhen geworfen hat, kann sich der türkische Hersteller der Geschichte machenden Treter über einen Auftragsboom freuen. In wenigen Tagen kamen rund 300.000 Bestellungen für die Schuhe rein – im gesamten Jahr hatte die Firma bisher nur 30.000 Paar davon hergestellt. Das macht eine Umsatzsteigerung von 1.000 Prozent aus. Ramazan Baydan, der Besitzer der gleichnamigen Schuhfabrik möchte aus Dankbarkeit das Modell 271 aus braunem Rindsleder um das es sich hier handelt in Bush-Schuh umbenennen. Die Schuhe sollen über eine relativ dicke Sohle verfügen, was das Werfen damit sehr effektiv macht.

Wer auf seine bestellten Bush-Schuhe länger warten muss, kann seine Zielgenauigkeit vorab im Internet mit einem passenden Spiel üben. Bei Sock and Awe untermalen laute Rufe die Szenerie, wenn man seine Schuhe hierbei in Richtung Bush schmettern.

Al-Zaidis Ruhm begründet sich auf einer Aktion, die nur wenige Augenblicke dauerte, aber vor Pressevertretern aus aller Welt stattfand und damit sehr öffentlichkeitswirksam war. Es scheint nicht so, dass sein Schuhwurf geplant war, denn seine Berühmtheit wird er unter Umständen nicht in Freiheit genießen können. Ihm droht eine mehrjährige Gefängisstrafe. Und da sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass schneller Ruhm meist so rasch vergeht wie er kommt, dürfte seine Aktion für ihn eher von Nachteil sein. Wer übrigens die Original-Schuhe kaufen möchte, wird enttäuscht sein. Der irakische Sicherheitsdienst soll diese auf der Suche nach eventuell darin verstecktem Sprengstoff zerstört haben. Schade.

Eartha Kitt ist gestorben

[singlepic=94,320,240,,]Eartha Kitt, die ich beonders als Sängerin schätze, ist am ersten Weihnachtstag im Alter von 81 Jahren in New York gestorben. Ihre Interpretation des Weihnachts-Klassikers Santa Baby habe ich immer schon geliebt. So harmlos wie sie ihr Ill wait up for you dear, Santa Baby so hurry down the chimney tonight blubberte, ahnen wir als Zuhörer, diese Frau singt von allem, nur nicht von einem Kaminschacht.

Prinzessin Pink

SuperstarBarbie_1977

Ich entstamme der Generation kleiner Mädchen, aus denen später einmal emanzipierte Frauen werden sollten. Das hatten unsere Mütter so beschlossen und schenkten uns deshalb Spielzeug, das späteren Teilchen-Physikerinnen oder zukünftigen Bundeskanzlerinnen gerecht werden sollte. Doch anstelle des mit Naturstoffen gefärbten Holzspielzeugs (die Farbe ließ sich tatsächlich ablutschen) schielte ich heimlich auf die bonbonfarbige Welt meiner eigentlichen Heldin: Superstar-Barbie.

Sie besaß alle Attribute, die für die spätere Karriere einer Forscherin angeblich völlig uninteressant waren. Ihr Walle-Haar war platinblond, alle Rundungen und die langen Beine irreal. Superstar-Barbie kam damals als Traum in Pink mit Pelzstola und mehreren miteinander kombinierbaren Röcken und Leggins in die Kinderzimmer. Ich war hin und weg. Ich kann mich an ein Preisausschreiben des Herstellers Mattel erinnern, bei dem man sich als Gewinn ein Outfit von Barbie aussuchen durfte, dass dann in Groß geschneidert wurde. Ich und Barbie im Zwillingslook … zum Glück ersparte mir Mattel dieses Erlebnis. Ich habe nicht gewonnen.

Aber ich ließ meine Kinder-Macht spielen und terrorisierte meine Mutter so lange, bis Superstar-Barbie auch in mein Kinderzimmer einziehen durfte. Ich und Barbie gingen oft meine beste Freundin besuchen. Sie besaß einen Barbie-Friseursalon – sehr zum Bedauern meiner Mutter, die Barbie lieber in einem Genlabor hätte werkeln sehen. Stattdessen ging es um die passende Frisur zu verschiedenen Gelegenheiten.

Die Wege von mir und Barbie haben sich vor vielen Jahren getrennt. Ich habe etwas gelernt: Es schadet nichts, sich die Haare dem Anlass entsprechend zu frisieren und kleine Barbiefans werden erwachsen und können sich trotz ihrer Vergangenheit für Forschung und Literatur interessieren. Okay, vielleicht findet sich bei ihnen der ein oder andere Rock oder die Leggins in Pink im Schrank, aber das lässt sich verschmerzen.

Foto: Mattel

Wohlige Weihnachtswampe

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Niemand kann behaupten, die Adventszeit glücklich verlebt zu haben und dabei gertenschlank geblieben zu sein. Die Zeit, in der man sich eine kugeligen Weihnachtswampe anfuttert, ist die glücklichste im Jahr. Schließlich habe ich im vorvergangenen Sommer eine Diät gemacht, die bis jetzt vorgehalten hat. Ich habe immerhin sieben Kilo abgespeckt. Das meiste davon verschwand von meinem Bauch – vom Bereich rund um den Nabel genauer gesagt. Woran ich zu Beginn meiner Diät nicht gedacht hatte, war die Tatsache, dass ich Volumen für ganze zwei Kleidergrößen verloren habe. Abnehmen hat also nicht nur Vorteile. Jetzt bin ich gerade dabei, wieder dafür zu sorgen, dass mir meine frühere Kleidung wieder passt. So lange ich beim Fernsehen, wenn ich gemütlich auf dem Sofa liege nicht unter Einschränkungen des Sichtfelds leide, bin ich glücklich. Wenn sich der Berg zu sehr in meinen Blick schiebt, werde ich die nächste Diät machen. Aber ist das nicht auch eines der Dinge, die Weihnachten einen tieferen Sinn verleihen? Sich glücklich futtern und dafür einen Grund haben.

Foto: Pixelio/Michael Franke