Meine ersten Camper-Schuhe

Bisher gehörten Camper-Schuhe für mich zu den Must-Haves aller Bildungsreisenden. Sie sehen besser aus als Birkenstocks, sind aber genauso bequem – dachte ich. Kürzlich habe ich meine Meinung revidiert. Ihr Look ist irgendwie knudellig hübsch. Aber die dauerlaufende Kulturtouristin vermisst das ergonomisch geformte Fußbett. In Budapest ging mir damit auf der Kettenbrücke die Kondition aus. Das weitere Einsatzfeld meiner neuen Camper-Schuhe sollte der Spielplatz sein. Hier entstand auch das Foto, kurz bevor ich mir mit dem Kinderwagen über die Füße fuhr und das wunderbar weiche Leder regelrecht zerschnitt – zu meinem großen Bedauern.

 

 

 

Boss-Ballerinas

Auf meiner Suche nach Ballerinas habe ich mich unter anderem nicht nur extern umgesehen. Ich wagte mich in die dunkelsten Tiefen des heimischen Kleiderschranks und zog diese Schuhe der Marke Hugo Boss hervor, von denen ich heute schwören könnte, ich hab sie niemals, wirklich niemals gekauft. Von alleine können sie sich allerdings nicht in meinen Kleiderschrank verlaufen haben. Dann stellt sich die Frage, wieso ich Ballerinas mit langen Bindebändern und Stoffapplikationen im Makramee-Stil erwerbe. Darauf fällt mir zurzeit keine Antwort ein und ich tröste mich damit, dass sich lange Bindebänder zum Glück unter Hosenbeinen verstecken lassen und kein Mensch aus der Ferne erkennt, dass ich Wolle am Schuh trage. Ich hoffe, dass nie jemand auf die Idee kommt, vor mir auf die Knie zu fallen, solange ich in diesen Ballerinas stehe, sonst offenbart sich mein Fehlkauf. Von Weitem sehen sie besser aus. Immerhin habe ich es bereits bis auf die Straße mit ihnen geschafft. Die Sohle ist allerdings so glatt, dass ich mit Hilfe eines Laternenpfahls kehrt gemacht habe und zur Gummisohle wechselte.

Foto: Patricia Guzman, Lifestyle Bunny

Inspiration für Repetto

Seinen Ursprung fand die Marke Repetto im Tanz, genauer gesagt entwarf und schneiderte man beim französischen Traditionsunternehmen Tanzgarderobe vom Tutu bis zum Spitzenschuh. Da lag es nahe, sich auf seine Ursprünge zu besinnen und über 60 bekannte Künstler um Inspirierendes zu bitten. Die Ergebnisse gibt es immer noch auf der Homepage zu bewundern. Ursprünglich kamen die Entwürfe für eine Sonderausstellung zum 60. Jubiläum heraus. Das ist bereits etwas länger her, aber es macht immer noch Spaß, sich die Stücke anzusehen und es passt gut zum Thema Ballerinas, mit dem ich mich zurzeit befasse. Eine Berühmtheit wie Brigitte Bardot entwarf Ballerinas wie sie sie zu ihren besten Schmollmundzeiten getragen hat. Chloë Sévigny hebt die flachen Schuhe aufs Plateau und Helmut Lang präsentiert etwas, von dem ich gar nicht weiß, was es sein soll. Aber seht selbst. Hier entlang geht es zur Kollektion aus Ballerinas, Spitzenschuhen und Tutus.

Foto: Screenshot Repetto

Kunstwerk für den Fuß

Nicholas Kirkwood for Erdem

Ich finde diese Schuhe von Nicholas Kirkwood großartig, auch wenn sie nicht meiner Lebenswirklichkeit entsprechen. Denn ich habe keine Ahnung, wie es sich auf einem Quaderabsatz so läuft. Ganz sicher gibt es bequemeres für die Füße. Aber bei ihrem Anblick schwelge ich gedanklich zu Manets Seerosenbildern. Bevor ich sprachlich ins Opulente abrutsche, hier der Preis: Für 995 Euro halten diese Kunstwerke auch in Eurem Kleiderschrank Einzug. Wer jetzt unsanft auf dem Boden der Wirklichkeit angekommen ist, kann mit mir gemeinsam den impressionistisch angehauchten Anblick genießen und weiterhin Sneaker tragen.

Falls Ihr Euch anders entscheidet, hier gibt es die Schuhe zu kaufen: Nicholas Kirkwood bei Net A Porter.

Die Idee kommt von Chuh Chuh.

Foto: Net a Porter

Himmelwärts

Plateauschuhe von Acne

Gestern habe ich tatsächlich ein halbes Ohr in Richtung Fernseher gestreckt, während ich am Rechner noch zu tun hatte. Es lief Germany’s Next Topmodel, was unsereins mittlerweile weniger interessiert als das Dschungelcamp. Und da es sich ums Ohr und nicht ums Auge handelte, schnappte ich den Begriff Sky Heels auf, ohne dass ich mir optisch davon ein Bild machen konnte. Vermutlich sollen wir Frauen jetzt den Himmel erobern, zumindest will das auch Acne so. Bei diesen Tretern hier handelt es sich um Plateauschuhe, in denen frau sich noch vorwärts bewegen kann. Manche Fantasieexemplare scheinen die Trägerin ausschließlich nach oben befördern zu wollen. An ein Weiterkommen scheinen die Designer nicht zu denken.

Foto: Acne

Missoni meets Converse

Der typische Missoni-Streifenlook breitet sich jetzt bis zu den Schuhen aus. Genauer gesagt bringen Missoni und Converse seit einiger Zeit gemeinsam designte Chucks heraus und jetzt gibt es zwei neue Modelle. Mir persönlich gefällt der Streifenlook nicht überall, aber auf Turnschuhen macht er sich recht gut. Wahrscheinlich müsste ich mit diesen Converse mir dauernd selbst auf die Füße starren.

Fotos: Converse